Die Nerds schlagen zurück. Seit sechs Jahren spinnen sie ihr heimliches Netzwerk rund um den Globus: Die Community der Dorkbots! „Dork“ das bedeutet so viel wie altbacken, „Bots“ steht für „Robot“. Ihre Mission: Hightech-Abfall zum Leben zu erwecken.Irgendwo auf dem Land, zirka zwei Stunden von London entfernt, liegt das Städtchen Dorking. Hier steigt, einmal pro Jahr, das große Treffen der Dorkbot Community. An diesem Wochenende testen 60 Künstler, Tüftler und Programmierer ihre neuesten Erfindungen. Hier werden weder Trophäen noch Medaillen verteilt. Jedes technische Experiment ist willkommen, solange es aus recyceltem Material besteht und - völlig absurd ist. Mike beispielsweise, alias Doktor High Voltage, ist von Anfang an dabei. Heute stellt der 32-jährige Informatikingenieur sein Spark-o-Phone vor, ein Gas-Xylophon Marke Eigenbau. Musiziert wird mit 400 Volt.
Inzwischen dringen die Dorkbots sogar in fremdes Territorium vor, indem sie die Produkte der Multis entfremden. Heimlich träumen die Hacker vom Tag, an dem sie technisch autark sein werden. Seit 20 Jahren steigt die Menge an Elektro-Abfall exponential. Ein Europäer entsorgt im Schnitt 4 Kilo des so genannten E-Waste pro Jahr. So schnell wird den Dorkbots der Rohstoff nicht ausgehen, denn Abfall erzeugt die Hightech-Gesellschaft ja mehr als genug. Da es nichts kostet, könnte heutzutage theoretisch jeder diese Experimente wagen. Mitte der 80er Jahre prophezeite bereits William Gibson, in seinen Romanen, eine Welt aus Cyberpunks mit Elektroden anstelle eines Gehirnes.
Die Cyberpunks von heute kommen auch ohne Titan-Implantate aus und tragen lieber ein Nickelgestell anstatt einer Infrarotbrille – Kurz, sie sehen in etwa so aus wie Douglas Repetto, der Erfinder der Dorkbots. Innerhalb von sechs Jahren haben sich Nerds aus zwanzig Ländern der Dorkbot-Community angeschlossen. Ihre Hauptquartiere sind in Sydney, Barcelona, Berlin und Rio de Janeiro. Die Dorkbots sind eine eingeschworene Gemeinschaft. Auch ihre Musik teilen sie im Netzwerk.
Das Dorkbot-Weekend endet mit dem „Burning Dork“, bei dem Kabel, Eproms und Platinen auf dem Scheiterhaufen enden. Das Ritual ist ein Augenzwinkern an den „Burning Man“, der jeden Sommer 30.000 Yuppies aus Silicon Valley in die Wüste lockt. Dort wird, nach einer 15-tägigen Mega Party, eine Riesige Figur abgefackelt.
In der Reportage zu sehenMister Greenman - Pete, alias Mister Greenman, ist einer der Organisatoren des Dorkcamp. In den letzten vier Jahren, hat er kein einziges Meeting seiner Londoner Fraktion verpasst.
Yoshi - Mit 64 Jahren ist Yoshi der Älteste in der Gruppe. Seitdem er 10 ist, bastelt er an seinen Erfindungen. Vor kurzem verwandelte er einen Staubsauger in einen dreiköpfigen Drachen. Yoshi hasst Geld so sehr, dass er seine Erfindungen den Multis gratis überlässt!
James Larson - Die Mülltonen von London sind für James Larson das reinste Schlaraffenland. In einem Kellergeschoss im Stadtteil Nothing Hill, schraubt der 39 jährige Ingenieur gerade an einer Erfindung für die moderne Katze. Schon mit fünf nimmt James alles auseinander was ihm unter die Finger kommt. Als er seinen ersten Computer bekommt, ist es liebe auf den ersten Bit. Er hortet seitdem alte Rechner und besitzt heute die schönste Sammlung von Vintage-Computern in ganz England.
Links>> Dorkbots
>> "Robot Talent Show"







per E-Mail verschicken
Facebook
Twitter
RSS

