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08/02/11

Tracks - Buried

Eine Reportage von Xavier Magot

Drei Quadratmeter und Atemluft für neunzig Minuten - wer bietet weniger? Klaustrophobiker sollten sich diesen Film besser nicht anschauen!

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Der Totengräber der Hollywood-Blockbuster hat keine Leichen im Keller - sondern einen lebenden Menschen im Sarg!

Um Leute zu erschrecken, lässt man normalerweise Tote aus Gräbern auferstehen.

Der spanische Regisseur Rodrigo Cortés macht in seinem zweiten Spielfilm “Buried“ das Gegenteil.

Er verscharrt Schauspieler Ryan Reynolds bei lebendigem Leib in einem Grab mitten in der irakischen Wüste.

Ein Mann, ein Feuerzeug, ein Handy… Sonst nichts. Ein minimalistisches Filmset, das keinen Cent kostet. War dir der Bühnenbildner von Avatar zu teuer, Rodrigo?

Rodrigo Cortés: So war es viel einfacher und viel billiger. Ryan Reynolds war ja nicht mal blau angemalt. Einfacher geht es nicht, das stimmt. Mehr konnten wir uns eben nicht leisten. Das ist der wahre Grund für die Story. In Wirklichkeit war es der reinste Alptraum. Und es gibt vielleicht nichts Schwierigeres, als einen Typen zu filmen, der mit der Nase an einen Sargdeckel stößt. Aber nicht weitersagen!



Rodrigo Cortés, Sohn eines Diplom-Landwirts und einer Biologin gilt als einer der Nachwuchsregisseure Spaniens. Seine ersten Werke dreht er als Jugendlicher auf Super 8. Im Jahr 2000 mischt er mit seinem pseudo-Dokumentarfilm “Quince Días“, “Fünfzehn Tage“, die Filmfestivals der ganzen Welt auf.



Die verrückte Idee “Buried“ zu drehen, gibt Rodrigo Cortés die Gelegenheit, seinem Vorbild Alfred Hitchcock nachzueifern. Der hat seine Fähigkeiten von Suspense und Kammerspiel bereits in “Das Fenster zum Hof“ bewiesen.

Rodrigo Cortés: Die beste Lektion, die man vom Meister lernen kann, ist, dass reale Zeit und realer Raum keine Rolle spielen. Nur Film-Zeit und –Raum. Und die kann man beliebig komprimieren oder dehnen. Das ist das Arbeitsgerät des Regisseurs. Er ist eine Art Zauberer. Hitchcocks Filme zeigen, dass er ein Magier ist, der mit Wahrnehmungsmechanismen spielt. Reale Geographie interessiert ihn nicht. Für ihn zählt nur die Film-Geographie.


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Dienstag 28. Dezember 2010 um 05.00 Uhr
Keine Wiederholungen
(Frankreich, 2010, 52mn)
ARTE F

Erstellt: 12-12-10
Letzte Änderung: 08-02-11