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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 04.November 2004 - 10/11/04

Touch the sound - A journey with Evelyn Glennie

Ein Dokumentarfilm über die Magie der Musik


 

Ein Film von Thomas Riedelsheimer
 
Synopsis: Thomas Riedelsheimer hat einen Film über die schottische Trommlerin Evelyn Glennie geschaffen. Er folgte ihr dazu 50 Tage lang: von der Aufnahme einer improvisierten CD in Köln nach New York, über Kalifornien und Japan in ihre Heimat nach Schottland.
 
Kritik: Der Regisseur und Kameramann in Personalunion hat sich viel vorgenommen. Er will nicht nur einen Dokumentarfilm oder ein Porträt Evelyn Glennies drehen, er hat mehr vor: Sein Ziel ist es, eine filmische Form zu finden, die Musik sichtbar macht.
 
Sein Anspruch ist naheliegend: Eine Ausnahmekünstlerin wie Evelyn Glennie bedarf einer speziellen, sehr persönlichen Herangehensweise. Der Musikerin ist es gelungen, das Schlagzeug als Solo-Instrument in der klassischen Musik einzuführen. In ihrer Heimat Schottland wurde sie zur „Schottin des Jahrzehnts“ ernannt. Außerdem wurde sie zur „International Music Personality of the Year“ gewählt, was in der klassischen Musik etwa gleichbedeutend mit der Verleihung des Oscars ist – sie erhielt dabei mehr Stimmen als etwa Pavarotti.
 
Nach gut der Hälfte des Films erfährt der Zuschauer völlig überraschend, daß Evelyn Glennie seit ihrem achten Lebensjahr zu 80% taub ist. Wie kann sie dennoch eine so gute Musikerin sein? Sie hat gelernt, ihren Körper als Resonanzkörper zu nutzen, und über ihn Töne zu spüren. So ist es ihr beispielhaft gelungen, über ihre Behinderung zu siegen.
 
Die Kamera Riedelsheimers fängt in New York Strassenszenen ein. Sie sensibilisiert den Zuschauer für die Alltagsgeräusche, die ihn umgeben, und die die Musik Glennies nutzt: das Dröhnen von Presslufthammern, das Hupen im Stau wartender Taxen, flatternde Tauben, Wassertropfen. Die Kamera hat so eine Art Eigenleben, unabhängig von der Künstlerin.
Aber sie folgt Glennie auch zu diversen Orten: Da gibt es u.a. einen Soloauftritt an einem öffentlichen Platz, bei dem aufmerksam der Musik lauschende Gesichter zu betrachten sind, eine Jam-Session in Japan mit mehreren japanischen Klangkünstlern und eine Reise in ihre Kindheit nach Schottland.
 
Die eindringlichsten Momente des Films jedoch entstehen in der Verlassenheit einer leerstehenden Fabrikhalle im Ruhrgebiet. Dort hat sich Evelyn Glennie mit dem Avantgardemusiker Fred Frith zurückgezogen, um improvisierenderweise eine CD mit ihm aufzunehmen. Ein großer Gong steht in der riesigen Halle. Die zierliche rothaarige Frau nähert sich ihm ganz langsam, um ihm dann sehr dynamisch einen tiefen, satten Klang zu entlocken. Behutsam, aber neugierig tritt die Kamera in Kommunikation mit ihr. Sie beobachtet sie während ihres Spiels, umkreist sie, schweift wieder ab, kommt näher, umkreist sie wieder, bleibt dabei ständig in Bewegung. Riedelsheimer versucht mit seinen filmischen Mitteln in den Mikrokosmos der Musik Glennies zu gelangen, und es gelingt ihm. Die Musikerin und der Filmemacher erreichen beide gleichzeitig einen kreativen Höhepunkt, danach herrscht Schweigen. Das wäre ein sehr guter Endpunkt des Films, doch Riedelsheimer setzt erneut an. Und spielt mit seiner Kamera und seiner Dramaturgie und seinem Schnitt wie auf einer Klaviatur – es gelingt ihm ein zweiter, finaler Höhepunkt. Dies ist mehr als ein Dokumentarfilm: Dieser Film macht Musik sichtbar – er ist ein sinnliches Erlebnis.
 
Nana A.T. Rebhan

 
 
Touch the sound - A journey with Evelyn Glennie
Deutschland 2004
Regie und Kamera: Thomas Riedelsheimer
Mit Evelyn Glennie, Fred Frith, Roxanne Butterfly, Horazio ‚El Negro’ Hernandez, Za Ondekoza, This Misa&Saikou, Jason ‘The Fogmaster’

Erstellt: 10-11-04
Letzte Änderung: 10-11-04