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DVD-News - 02/09/09

Torpedo

( Arte Bewertung: 5 )

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Kritik: In einem zehnminütigen, in Schwarz/Weiß gehaltenen Interview, das von der Kamerafrau des Films, Kathrin Krottenthaler aufgenommen wurde, liefert Helene Hegemann interessante Hintergrundinformationen und -geschichten, die die Entstehung des Films nachvollziehbar werden lassen. Ihre Unbedingtheit wird klarer, mit der sie sich, als sie gerade mal 15 war, dem Drehbuchschreiben widmete. Sie schrieb einfach drauflos, ohne genau zu wissen, was damit werden sollte.

Dann kam schon auch der Wunsch, einen eigenen Film daraus zu machen. Sie setzte sich für ihr Buch ein, schickte es Produktionsfirmen zu, drehte einen Trailer mit Schauspielern, in einer Berliner Wohnung. Schließlich hatte die Kreuzberger Produktionsfirma credo-film Interesse. Es gelang ihnen, eine kleine Förderung zu finden, und schon wurde gedreht. Anfangs wusste Helene nicht mal "wann ich eigentlich "bitte" sagen sollte - vor oder nach dem Schlagen der Klappe". Sie wusste auch nicht, wie sie es schaffen sollte, kurz vor dem Dreh noch so richtig fies zu werden, denn sie hatte gehört, dass Regisseure so seien. Gut, dass sie den Plan aufgegeben hat und einfach beschlossen hat, sie selbst zu sein. Und alles ging gut.

Leider sind die auf dem DVD Cover versprochenen Drehbuchauszüge auf der DVD selbst nicht zu finden. Dafür geben die 17-minütigen Outtakes ein gutes Bild davon ab, wie gut und lustig die Stimmung beim Dreh gewesen sein muss. Oft bekommt Alice Dwyer, das Alter Ego Helenes einen Lachanfall. Gerade in ernsten Situationen. Sehr hübsch ist etwa der Moment, in dem ihre Lehrerin ihr erklärt, dass sie zu wenig Verantwortung für die Pflanzen im Klassenzimmer übernimmt, mit den Worten "wenn Strauß, dann Strauß, wenn Blume, dann Blume". Die Regisseurin selbst hat einen kurzen Gastauftritt, klingelt an der Tür, will etwas übergeben. Doch sie muss ständig loslachen.

Bei den Bonus-Tracks findet sich außerdem eine komplette zweite Version des Films, der Kino-Mix. Nicht zu vergessen der Kurzfilm "Spaßvögel 1", den die Regisseurin Helene Hegemann im Jahre 2001 drehte. Da war sie gerade mal neun Jahre alt und hieß damals noch Helene Isemeyer. Vater Carl Hegemann - dessen Namen sie mittlerweile angenommen hat - führte die Kamera. Erzählt wird die Geschichte einer Gruppe Kinder, die auf den Bahnhofsgleisen nach einer dort versteckten Bombe suchen. Teil Eins endet mit der Frage: "Wird Harry die Bombe finden?". Eine Fortsetzung gibt es bislang nicht. Wird es wohl zumindest für „Die Spaßvögel“ auch nicht mehr geben. Helene Hegemann arbeitet mittlerweile an ihrem zweiten Film und sie schreibt ein Buch. In die Schule geht sie nicht mehr, das ist ihr zu langweilig.

Nana A.T. Rebhan

Torpedo
Deutschland 2008, 42 Min.
Buch und Regie: Helene Hegemann
Mit Alice Dwyer, Jule Böwe, Caroline Peters, Matthias Matschke, Carl Hegemann

Sprachen: Deutsch mit englischen Untertiteln

Extras:
- Interview mit Helene Hegemann
- Outtakes
- Kurzfilm "Spaßvögel"
- Trailer
- Kino-Mix

Erstellt: 22-01-09
Letzte Änderung: 02-09-09