In Deutschland werden durchschnittlich ein bis drei Infektionen pro Jahr gemeldet. Die höchsten Erkrankungszahlen finden sich in Südostasien. Hier ist die Tollwut ein weitaus größeres Problem. Danach folgen Afrika und Lateinamerika. Vor allem bei Auslandsreisen sollte diese Gefahr bedacht werden.Ursache
Übertragen wird Tollwut durch den Speichel infizierter Tiere, meist durch einen Biss. Eine Infektion kann aber auch durch Speichelkontakt mit offenen Wunden erfolgen. Unverletzte, intakte Haut wird von dem Tollwut-Virus nicht durchdrungen. In den industrialisierten Ländern findet sich der Tollwuterreger hauptsächlich bei wild lebenden Waldtieren. Füchse sind die Hauptvirusträger, von ihnen geht die Übertragung auf Haustiere aus. Deshalb sind Hunde und Katzen die häufigste Infektionsquelle für den Menschen. Die Impfung der Füchse mit Impfstoffködern hat in Europa zur Eindämmung und teilweise sogar Ausrottung der Tollwut geführt. Die Inkubationszeit, also die Zeit von dem Biss durch ein infiziertes Tier und dem Auftreten erster Krankheitszeichen dauert in der Regel ein bis drei Monate, kann aber auch zehn Tage bis zehn Monate betragen.
Symptome
Die Tollwut beginnt uncharakteristisch mit Fieber, Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Erbrechen. Später folgen meist Abgeschlagenheit, Depressionen oder Erregungszustände, Speichelfluss, Wasserscheu und Krämpfe. Im Endstadium lassen die Verkrampfungen nach. An deren Stelle treten Lähmungserscheinungen. Ohne rechtzeitige Behandlung nimmt die Tollwut immer einen tödlichen Verlauf. Zwischen dem Auftreten der ersten Symptome und dem tödlichen Ausgang liegen maximal sieben Tage.
Therapie
Die Wunde oder Kontaktstelle sollte unmittelbar nach dem Kontakt sorgfältig gesäubert und desinfiziert werden. Schon beim geringsten Verdacht, mit einem tollwütigen Tier in Kontakt gekommen zu sein, muss eine sofortige Impfung erfolgen. Treten bereits die ersten Symptome auf, ist eine Impfung oder die Gabe eines Antiserums nicht mehr wirksam. Die Therapie kann nur noch rein symptomatisch erfolgen. Die Krankheit endet tödlich.
Vorsorge

In der Regel ist kein besonderer Schutz erforderlich. Generell genügt es, sich von verdächtigen Tieren fernzuhalten. Insbesondere auffällig zutrauliche Tiere, z.B. im Wald dürfen nicht angefasst werden. Bestimmte Risikogruppen, die durch ihren Beruf ein erhöhtes Risiko tragen, von einem Tier gebissen zu werden, wie beispielsweise Tierärzte oder Förster, sollten sich impfen lassen. Eine Tollwutimpfung sollte auch bei bestimmten Auslandsreisen (Asien, Afrika) in Erwägung gezogen werden. Dies gilt vor allem für Gebiete mit schlechter medizinischer Versorgung. Der Impfstoff wird in drei Injektionen innerhalb weniger Wochen verabreicht. Die Auffrischung sollte ein Jahr später erfolgen. Haustiere wie Hunde oder Katzen, die in ländlichen Gegenden Gelegenheit zum Streunen in Feld und Wald haben, sollten gegen Tollwut geimpft werden. Mit der Impfung wird nicht nur das Haustier geschützt, sondern auch der Mensch vor einer möglichen Übertragung durch das Haustier.
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HIPPOKRATES - Gesundheitsmagazin
Dienstag, 12. Dezember 2006 um 14.00 Uhr
Wiederholung vom 27. September 2005
Redaktion: Heidemarie Petters Koproduktion ZDF -ARTE G.E.I.E.






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