Doch das alles ändert sich, als er den freundlichen Woody und seine Gruppe Skinheads trifft. Diese schließen den aufmüpfigen aber liebenswerten Jungen sofort in ihr Herz und nehmen ihn in ihren Kreis auf. Shaun beginnt aufzublühen, macht erste romantische Erfahrungen und findet in Woody eine Art Vaterfigur. Aber als eines Tages Combo, ein alter Freund Woodys, aus dem Gefängnis entlassen wird, bricht die Gemeinschaft auseinander.
Combo macht nicht nur mit seinen rechtsradikalen Parolen auf sich aufmerksam, er hat auch vor, diese in die Tat umzusetzen. Für Shaun bietet dieser fremdenfeindliche Nationalismus das ideale Ventil um seiner Wut und seiner Ohnmacht über den Tod seines Vaters Luft zu machen - doch mit welchen Konsequenzen?
Mit "This Is England - Ende einer Kindheit" hat Regisseur und Drehbuchautor Shane Meadows ("Mit geballter Faust") seine eigene Kindheit und seine eigenen Erfahrungen mit der Skinheadszene in England verarbeitet. Zum einen porträtiert der Film jene Zeit, als sich die Skinheadbewegung in einen unpolitischen und einen rechtsradikalen Flügel aufgeteilt hat. Zum anderen spielt der Falklandkrieg eine wesentliche Rolle, der einerseits auf strikte Ablehnung mancher Teile der Bevölkerung traf, andererseits aber zu einer Stärkung des radikalen Nationalismus geführt hat.
Diese zwei Ebenen spiegeln sich in den Figuren Woody und Combo wieder, die an den beiden Polen Stellung beziehen. Der junge Shaun steht dabei symbolisch für die britische Jugend, welche sich für einen der Wege entscheiden muss. Dank der realistischen Inszenierung und den authentischen Darstellern verkommt "This Is England - Ende einer Kindheit" aber nicht zum Moralstück, sondern bleibt als Zeitgeiststudie stets glaubwürdig und mitreißend.
Durch herausragendes Spiel überzeugen vor allem Thomas Turgoose als verlorener Junge und Stephen Graham ("Snatch - Schweine und Diamanten") als zorniger aber dennoch charismatischer Hassprediger Combo.





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