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Kino auf ARTE - 13/02/13

This Is England - Ende einer Kindheit

Spielfilm, Großbritannien 2006, ARTE F / ARD
Regie: Shane Meadows; Buch: Shane Meadows; Kamera: Danny Cohen; Schnitt: Chris Wyatt; Produzent: Mark Herbert, Louise Meadows, Julia Valentine, Peter Carlton, Will Clarke, Lizzie Francke, Hugo Heppell, Kate Ogborn, Tessa Ross, Paul Trijbits; Musik: Ludovico Einaudi; Produktion: Big Arty Productions, EM Media, Film4, Optimum Releasing, Screen Yorkshire, UK Film Council, Warp Films
Mit: Thomas Turgoose - (Shaun), Stephen Graham - (Combo), Jo Hartley - (Cynth), Andrew Shim - (Milky), Vicky McClure - (Lol), Joe Gilgun - (Woody)

England, im Jahr 1983: Der zwölfjährige Shaun hat es nicht leicht. Im Falklandkrieg verlor er seinen Vater, in der Schule wird er gehänselt. Doch als er auf eine Gruppe von Skinheads um den sympathischen Woody trifft, ändert sich sein Leben. Endlich fühlt Shaun sich zu einer Gruppe zugehörig und ohne Vorbehalte akzeptiert. Doch als sich der frisch aus dem Gefängnis entlassene Combo zur Truppe gesellt und seine radikal ausländerfeindliche Ideologie verbreitet, spaltet sich die Ersatzfamilie.



Im England der frühen 80er Jahre verlebt der zwölfjährige Shaun alles andere als eine heile Kindheit. Seit sein Vater nicht mehr aus dem Falklandkrieg zurückkam, muss seine Mutter alleine für sich und ihren Sohn aufkommen. In der Schule wird Shaun von den anderen Kindern aufgezogen, da er sich keine neue Kleidung leisten kann und die viel zu großen Sachen seines Vaters tragen muss.
Doch das alles ändert sich, als er den freundlichen Woody und seine Gruppe Skinheads trifft. Diese schließen den aufmüpfigen aber liebenswerten Jungen sofort in ihr Herz und nehmen ihn in ihren Kreis auf. Shaun beginnt aufzublühen, macht erste romantische Erfahrungen und findet in Woody eine Art Vaterfigur. Aber als eines Tages Combo, ein alter Freund Woodys, aus dem Gefängnis entlassen wird, bricht die Gemeinschaft auseinander.
Combo macht nicht nur mit seinen rechtsradikalen Parolen auf sich aufmerksam, er hat auch vor, diese in die Tat umzusetzen. Für Shaun bietet dieser fremdenfeindliche Nationalismus das ideale Ventil um seiner Wut und seiner Ohnmacht über den Tod seines Vaters Luft zu machen - doch mit welchen Konsequenzen?

Mit "This Is England - Ende einer Kindheit" hat Regisseur und Drehbuchautor Shane Meadows ("Mit geballter Faust") seine eigene Kindheit und seine eigenen Erfahrungen mit der Skinheadszene in England verarbeitet. Zum einen porträtiert der Film jene Zeit, als sich die Skinheadbewegung in einen unpolitischen und einen rechtsradikalen Flügel aufgeteilt hat. Zum anderen spielt der Falklandkrieg eine wesentliche Rolle, der einerseits auf strikte Ablehnung mancher Teile der Bevölkerung traf, andererseits aber zu einer Stärkung des radikalen Nationalismus geführt hat.
Diese zwei Ebenen spiegeln sich in den Figuren Woody und Combo wieder, die an den beiden Polen Stellung beziehen. Der junge Shaun steht dabei symbolisch für die britische Jugend, welche sich für einen der Wege entscheiden muss. Dank der realistischen Inszenierung und den authentischen Darstellern verkommt "This Is England - Ende einer Kindheit" aber nicht zum Moralstück, sondern bleibt als Zeitgeiststudie stets glaubwürdig und mitreißend.
Durch herausragendes Spiel überzeugen vor allem Thomas Turgoose als verlorener Junge und Stephen Graham ("Snatch - Schweine und Diamanten") als zorniger aber dennoch charismatischer Hassprediger Combo.

This Is England - Ende einer Kindheit
Montag 5. Dezember 2011 um 00.55 Uhr
Keine Wiederholungen
(Grossbritannien, 2006, 97mn)
ARTE F / ARD

Erstellt: Wed Nov 16 16:23:42 CET 2011
Letzte Änderung: Wed Feb 13 10:05:27 CET 2013