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Bollywood

Die Entdeckung des indischen Kinos.

Bollywood

Themenabend Planet Bollywood: Freitag 25. Februar 2005 22.45 Uhr - 22/02/05

Themenabend Planet Bollywood

22:30
Das indische Kino erobert den Westen

Dokumentarfilm, Österreich 2003, Synchronfassung, Erstausstrahlung, 77 Min
Regie: Herbert Krill

Der österreichische Filmemacher Herbert Krill hat hinter die Kulissen der Filmproduktion in Indien geblickt. Als Gründe für das Anwachsen der internationalen Beliebtheit des indischen Kinos hat er die zunehmende Sehnsucht nach Exotik, das Erstarken der indischen Gemeinden im Ausland und die Verwestlichung Indiens durch die wirtschaftliche Öffnung des Landes in den 90er Jahren ausgemacht.
Lange Zeit war das indische Kino im Westen nur wenigen bekannt. Hin und wieder gab es künstlerische Filme aus Indien auf Filmfestivals zu sehen - wie etwa die von Satyajit Ray oder Mrinal Sen. Was den Mainstream des indischen Kinos betraf, den Kommerzfilm, kannte man ihn hauptsächlich als Mythos: größte Filmindustrie der Welt, Filme von drei oder vier Stunden Länge, fast opernhaft mit großem Spektakel inszeniert, die oft bescheidene Handlung immer wieder von Gesangs- und Tanzeinlagen retardiert. Sehen konnte man solche Filme im Westen in den Enklaven der ausgewanderten Inder, in London etwa oder in den großen Küstenstädten der USA. Dort gibt es schon lange Kinos, die sich auf "Bollywood" spezialisiert haben, auf Filme, die aus dem indischen Hollywood stammen (Bombay + Hollywood = Bollywood; aber viele der Filme werden auch im Süden Indiens gedreht, zum Beispiel in Hyderabad). Doch seit einiger Zeit ist der indische Film im Westen viel mehr präsent als früher. Dafür gibt es mehrere Gründe: eine zunehmende "kulturelle Globalisierung", das Anwachsen der indischen Diaspora im Ausland sowie die Verwestlichung Indiens vor allem seit seiner wirtschaftlichen Öffnung Anfang der 90er Jahre. Tatsache ist, dass die bedeutenden westlichen Filmfestivals den indischen Film in all seinen Facetten in den letzten Jahren viel häufiger ins Programm nehmen als bisher. Mira Nairs "Monsoon Wedding" (2001) gewann sogar den Hauptpreis bei den Filmfestspielen in Venedig. Und "Lagaan" (2001) von Ashutosh Gowariker wurde für den Oscar nominiert. Manche der Filme gelangen inzwischen in ganz normale europäische und amerikanische Kinos. Auch das relativ neue Medium DVD trägt zur größeren Verbreitung des indischen Kinos bei.

Der österreichische, in den USA lebende Filmemacher Herbert Krill reiste für seine Dokumentation um die halbe Welt: nach Bombay und in den indischen Süden, nach London und nach Kalifornien und schließlich auch nach Wien, wo der indische Film hoch im Kurs steht, und nach Tirol (einem beliebten Drehort indischer Filmteams). Dabei beschränkte er sich nicht auf das Kino selbst, sondern beobachtete auch andere Aspekte der indischen Populärkultur, wie die indische Film- und Popmusik. In Indien ging er auch westlichen Einflüssen nach, zum Beispiel in der Mode und beim neuen Körperkult. Hauptthema ist jedoch der Film. Bedeutende Schauspieler und Regisseure werden vorgestellt. So etwa die indischen Stars Amitabh Bachchan, Shah Rukh Khan, Aishwarya Rai und Bipasha Basu. Der Regisseur von "Lagaan", Ashutosh Gowariker, wird ebenso interviewt wie die hauptsächlich im Westen arbeitenden Regisseure Shekhar Kapur, Mira Nair und die aus Kenia stammende Gurinder Chadha ("Kick It Like Beckham"). Auch der in den USA lebende Produzent und Regisseur Ismail Merchant, der zusammen mit seinem Partner James Ivory über Jahrzehnte die Marke "Merchant-Ivory-Film" geschaffen hat, kommt zu Wort. Natürlich sind Ausschnitte der genannten Filme zu sehen, zum Beispiel aus Devdas "Sometimes Happy Sometimes Sad", aus der Komödie "Bollywood Calling" von Nagesh Kukunoor und anderen mehr. Weitere visuelle Höhepunkte der Dokumentation sind Berichte von den "Filmfare Awards" (den indischen Oscars), Dreharbeiten in der "Film City" Bombay sowie in den österreichischen Alpen, das Musical "Bombay Dreams" im Londoner West End und das indische Filmfestival in Los Angeles.


23:45
Hochzeit auf Indisch (Kuch Kuch Hota Hai)


Kuch Kuch Hota Hai ist Bollywood pur - ein opulentes Fest für die Sinne. Exotische Farben, mitreißende Musik, schwungvolle Tanzszenen, herzerweichende Liebesgeschichten und überlebensgroße Dramatik - der Film des jungen Erfolgsregisseurs Karan Johar ist eines der besten Beispiele für ein kommerzielles, indisches Kino, das auch im Westen zunehmend Verbreitung findet. Kuch Kuch Hota Hai spielte in Großbritannien und den USA mehrere Millionen Euro ein und war einer der ersten Filme, die auch außerhalb der indischen Exil-Gemeinden Publikum fanden.

Die Story des Films ist simpel, wie in allen Produkten Bollywoods. Erzählt wird von einer Liebe zwischen einer Frau und zwei Männern. Tina stirbt bei der Geburt ihrer Tochter Anjali. Rahul zieht seine Tochter alleine auf. Jeden Geburtstag erhält Anjali aber einen Brief ihrer Mutter. Im letzten Brief, an ihrem achten Geburtstag, erfährt Anjali die Geschichte ihrer Eltern, als diese noch Schulfreunde waren. Namensgeber für Tinas Tochter war Anjali Sharma, die beste Freundin der beiden. Doch die Freundschaft zerbrach, nachdem Rahul Tina zur Freundin nahm, während Anjalis Liebe unbeantwortet blieb.

In ihrem letzten Brief bittet Tina die Tochter, die beiden Freunde wieder zu vereinen. Allerdings ist Anjali jetzt verlobt, die Hochzeit steht kurz bevor. Die Begegnung zwischen den beiden Anjalis in einem Feriencamp aber verändert die Situation von Grund auf. Die Liebe, das wird deutlich, ist nicht mehr aufzuhalten.

Hochzeit auf Indisch vereint mit Kajol, Rani Mukherjee und Shah Rukh Khan drei der populärsten Stars des indischen Kinos, die sich in dramatischen und musikalischen Szenen die Bälle zuwerfen - ein eingespieltes Team und zugleich der Erfolgsgarant auf den heimischen Leinwänden. Hervorzuheben ist darüber hinaus die brillante Choreographie, die bewusst an "Grease" erinnert, und ihre szenische Umsetzung. Der Film entwickelt sich zur puren eskapistischen Unterhaltung und rundet den Themenabend "Planet Bollywood" ab.

Der 1972 geborene Regisseur, Autor und Produzent Karan Johar, Abkömmling einer alten indischen Film-Dynastie, zählt zu Indiens auch international erfolgreichsten Regisseuren. Sein zweiter Film Kabhi Khushi Kabhi Gham (In guten und schlechten Zeiten”/”SometimesHappy Sometimes Sad) ermöglichte dem Bollywood-Kino auch im Westen den endgültigen Durchbruch. Seitdem ist Bollywood Mode in den europäischen Metropolen.
Hochzeit auf indisch
(Kuch kuch hota hai)
Ein Spielfilm von Karan Johar
Indien 1998, 172 Min., Hindi/Englisch mit deutschen Untertiteln
Erstausstrahlung
Regie und Buch: Karan Johar
Kamera: Santosh Thundiiayil
Musik: Jatin-Lalit (Pandit)
Mit: Shah Rukh Khan (Rahul Khanna), Kajol (Anjali Sharma), Rani Mukherjee (Tina Malhotra), Farida Jalal (Mrs. Khanna)

Erstellt: 15-02-05
Letzte Änderung: 22-02-05