Themenabend - 01/09/08
François Truffaut - Ein Leben fürs Kino
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Anlässlich seines 20. Todestages widmet ARTE dem Filmemacher François Truffaut einen Themenabend. Drei seiner wenig bekannten Kurzfilme und ein Porträt lassen ihn selbst, aber auch sein autobiografisch geprägtes Werk in neuem Licht erscheinen.
François Truffaut: bissiger Kritiker, bewunderter Regisseur und zuweilen selbst Schauspieler. Für den Mitbegründer der "Nouvelle Vague" war Filmemachen ein "Akt der Liebe". Ironisch spiegelt sein vielseitiges Werk auch das eigene Leben wider, ein Leben, das zuweilen Kampf bedeutete: Gegen eine verlorene Kindheit, für eine neue Form des Kinos. 20 Jahre nach seinem Tod blickt THEMA züruck auf Truffauts bewegte Biografie.
François Truffaut - Eine Autobiografie
Dokumentarfilm, Frankreich 2004, Erstausstrahlung, 78 Min.
Von: Anne Andrieu
KoproduKtion : ARTE Frankreich
Um Spuren zu bewahren, hob Truffaut alles auf: Fotos von geliebten Menschen, Papierfetzen, auf denen er Ideen notierte, Briefe, Skripte von allen Phasen der Drehbucherarbeitung. Ausgehend von Filminterviews, Fotos und schriftlichem Archivmaterial, stellt der Filmessay Verbindungen zwischen Truffauts Lieblingsthemen her: Kindheit, Lehrjahre, Geschlechterbeziehungen, Primat der Kunst über das Leben, Totenkult.
Um Spuren zu bewahren, hob Truffaut alles auf: Fotos von geliebten Menschen, Papierfetzen, auf denen er Ideen notierte, Briefe, Skripte von allen Phasen der Drehbucherarbeitung. Ausgehend von Filminterviews, Fotos und schriftlichem Archivmaterial, stellt die Dokumentation Verbindungen zwischen Truffauts Lieblingsthemen her: Kindheit, Lehrjahre, Geschlechterbeziehungen, Primat der Kunst über das Leben, Totenkult.
Zur Vertiefung und Ergänzung dieses autobiografischen Filmessays äußern sich zahlreiche bekannte Persönlichkeiten, die Truffaut begegnet sind. So gesteht Woody Allen hier zum ersten Mal seine Leidenschaft für den französischen Regisseur. Als große Seltenheit ist dabei zu erwähnen, dass keiner der Angesprochenen das Interview ablehnte. Anstelle musealer Glorifizierung vermittelt die Dokumentation einen lebendigen Bezug zu Truffauts Erbe. Dabei kommen die oft nicht bewussten, aber höchst präsenten Zusammenhänge zum Vorschein, die ihn mit dem Publikum von heute verbinden.
In den Mittelpunkt seines Werkes stellte François Truffaut die „Überprüfung durch das Leben“. An alles, was er schrieb, drehte oder erdachte, legte er den Maßstab seiner Gefühle an. So stellen seine 21 Langspielfilme schließlich eine Autobiografie dar. Das umfangreiche Archivmaterial, das er der Nachwelt hinterlassen hat, strahlt einen unwiderstehlichen Reiz aus. Im Vordergrund der Dokumentation, die auch „Der Roman von François Truffaut“ heißen könnte, steht der Filmemacher selbst. Zuerst erläutert er seine künstlerischen Entscheidungen, seine Obsessionen und seine Angst, nicht genügend Zeit zur Verwirklichung aller Pläne zu haben. Überzeugt davon, dass er jung sterben würde, machte er sich Gedanken über seinen zukünftigen Platz in der Filmgeschichte. Die Antwort ist eindeutig. 20 Jahre nach seinem Tod lebt er auf wunderbare Weise in seinem Werk weiter. Mehr als alle Filmregisseure seiner Zeit verkörpert er eine bestimmte Vorstellung vom Film, auch eine bestimmte Haltung. Seine engsten Freunde, die Frauen seines Lebens, alle Interviewpartner beschreiben das Charisma und die Faszination, die von ihm ausgingen. Doch die Dokumentation will mehr sein als ein Fotoalbum. Sie gibt auch einer neuen Generation von Filmemachern das Wort, die das Erbe Truffauts angetreten hat und nicht ablässt, Hoffnung aus seinem Werk zu schöpfen.
Erstellt: 24-09-04
Letzte Änderung: 01-09-08