Synopsis: Der erfolgreiche Kinderbuchautor Ted Cole, seine Frau Marion und ihre 5-jährige Tochter Ruth leben in einem wunderschönen Anwesen auf Long Island, direkt am Meer. Ihr Glück könnte perfekt sein, wenn nicht vor wenigen Jahren ihre beiden – fast erwachsenen -Söhne bei einem Autounfall ums Leben gekommen wären. Der 16-jährige Eddie verbringt seine Sommerferien als Praktikant bei ihnen. Er bringt Bewegung in die Regungslosigkeit, in der sich ihre Ehe befindet...
In diesem Film tauscht er die große, schwere Bowlingkugel und den Frotteemantel im Supermarkt gegen die schnelle, kleine Squashkugel und den blau-weißen Kaftan, und gibt eine Performance, die Kim Basinger als Ehefrau die Show stiehlt.Er inszeniert sich als Bohemien, malt Akte der Frauen des kleinen Ortes bevor er sie in seinem Atelier verführt, benötigt – ein wenig exaltiert - für seine Zeichnungen Tinte von frischen Tintenfischen und benutzt Eddie als Chauffeur, weil er seinen Führerschein versoffen hat. Ein wenig blass dagegen nimmt sich die Romanze aus, die Marion mit Eddie beginnt, weil dieser ihrem toten Sohn Tom wie aus dem Gesicht geschnitten ist.
Die kleine Ruth bewegt sich zwischen all diesen seltsam beschäftigten Erwachsenen, keiner hat richtig Zeit für sie. Und doch ist sie es, die den Vater zu neuen Ideen inspiriert, etwa wenn sie nachts nicht einschlafen kann, weil sie ein Geräusch hört, wie „wenn einer versucht, kein Geräusch zu machen“. Vater Ted notiert sich den Satz seiner Kleinen, und voilá – er ist der Titel des neuen Kinderbuchs von John Irving.Regisseur Tod Williams gelingt es meisterhaft, die irvingneske Stimmung einzufangen, die dessen Romane ausmacht. Die komödienhafte Leichtigkeit, mit der sich der große Meister des Romans auch schweren Themen nähert. Er spart Tod und Vergänglichkeit nicht aus, sondern integriert sie. Er schwankt zwischen zumeist leisem Humor und dramatischer Intensität. Das Ende des Films bleibt weitestgehend offen, schließlich beschäftigt sich der Rest des (bislang unverfilmten) Buches damit, wie es der kleinen Ruth ergeht, wenn sie groß geworden ist.
Nana A.T. Rebhan
Regie: Tod Williams
Mit Jeff Bridges, Kim Basinger, Jon Foster, Mimi Rogers
USA 2004, 111 Min.






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