Cannes 2005 - Wettbewerb - 20/05/05
The Three Burials of Melquiades Estrada
Ein Film von Tommy Lee Jones
Ein Roadmovie zwischen
Texas und Mexiko
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USA 2005, 120 Min.
Mit Tommy Lee Jones, Barry Pepper, Julio César Cedillo, Januray Jones
Synopsis: Der Mexikaner Melquiades Estrada wird tot in der Wüste gefunden. Sein bester Freund Pete sucht den Mörder. Er zwingt diesen, eine lange und gefährliche Reise mit ihm zu unternehmen. Petes Plan ist es, seinen toten Freund in seiner Heimat Mexiko zu begraben, so wie er es ihm einst versprochen hat.
Kritik: Das Regiedebüt des mehrfach mit Preisen überhäuften Schauspielers Tommy Lee Jones ist die Überraschung des diesjährigen Festivals. Mit wunderschönen Bildern des Kameramannes Chris Menges erzählt er eine ungewöhnliche Geschichte einer Freundschaft, die über die amerikanisch/mexikanische Grenze hinweg stattfindet. Dabei baut er nicht nur auf eine stringente, dramaturgisch gut gebaute Geschichte. Gleichzeitig gelingt es ihm, sozialkritische Momente im Umgang der beiden Kulturen miteinander einzubauen. Sein Humor ist bisweilen bissig, etwa wenn er zeigt, wie Mike Norton seine Frau beim Kochen von hinten nimmt. Diese lässt es geschehen, während ihre ganze Aufmerksamkeit ihrer Lieblingssoap gilt. Viel später wird der mittlerweile zum Mörder gewordene und gezwungenermaßen auf die Reise verschleppte Norton mitten in der mexikanischen Wüste die gleiche Soap auf einem Minifernsehen wiedersehen. Es ist das erste Mal, dass er an seine Frau denkt, dabei beginnt er zu weinen.
Tommy Lee Jones hat das Drehbuch zu seinem Film bei Guillermo Arriaga in Auftrag geschrieben, der auch schon für den brillanten Film Amores Perros verantwortlich zeichnete. Dieser schrieb das Buch auf spanisch und der Regisseur lies es von drei verschiedenen Autoren ins Englische übersetzen. Das Ergebnis ist eine überzeugende Grundlage, die Tommy Lee Jones versteht, genauso überzeugend in Szene zu setzen. Dabei wird die Geschichte um die drei verschiedenen Begräbnisse des Melquiades Estrada aus verschiedenen Perspektiven erzählt. So erfahren wir als Zuschauer etwa, dass die junge hübsche Frau Mike Nortons den Mexikaner kannte, und sogar mit ihm in einem Motelzimmer war. Der Umgang der Menschen miteinander, auch wie sie miteinander beim Sex umgehen, das alles ist ebenfalls Thema dieses Films, auch wenn es fast beiläufig erzählt wird.
Gerade das ist die Stärke dieses Films, denn alles fügt sich zusammen zu einem in sich stimmigen sozialen Gefüge, das ein sozialkritisches Bild des heutigen Amerikas abgibt. Wie es so ist, sehen sich hier einige der Figuren zum zweiten Mal wieder – wie im richtigen Leben. Pete braucht dringend Hilfe für Mike Norton, der von einer Schlange gebissen wurde. Eine Mexikanerin wird ihm empfohlen, die es versteht mit Kräutern Schlangenbisse zu heilen. Doch ausgerechnet diese Frau versuchte illegal über die Grenze nach Amerika zu gelangen, und Mike Norton hat ihr bei diesem Versuch brutal die Nase gebrochen. Jetzt braucht er sie, und sie versteht es, nicht grade subtil Rache zu üben – lässt ihn aber zumindest überleben.
Jones Ansatz war es, eine „Studie über den sozialen Kontrast seines Heimatlandes zu drehen, das sich südlich und nördlich des Rio Grande befindet.“ Er wollte herausfinden, inwiefern diese Orte sich voneinander unterscheiden, und was ihnen gemeinsam ist. Dank der Hilfe von Guillermo Arriaga ist ihm ein Film gelungen, der beide Seiten des Flusses berücksichtigt. Ein Film, der es versteht, völlig unprätentiös die Geschichte einer Männerfreundschaft zu erzählen, von der der eine bereits tot ist. Ein Film, der als überzeugendes Debüt einen Preis verdient hätte.
Nana A.T. Rebhan
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The Three Burials of Melquiades Estrad
Ein Film von Tommy Lee Jones
USA 2005, 120 Min.
Mit Tommy Lee Jones, Barry Pepper, Julio César Cedillo, Januray Jones
Cannes 2005 - Wettbewerb
Erstellt: 20-05-05
Letzte Änderung: 20-05-05