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DVD-News - 11/10/05

The Singing Detective

Ein Film von Keith Gordon


Ein wahnwitzig
schräger Genremix

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  • Synopsis

Der erfolglose Krimiautor Dan Dark (Robert Downey Jr.) liegt im Krankenhaus. Sein ganzer Körper ist mit einer schmerzenden Schuppenflechte übersäht. Von seinem Bett aus erfindet er eine Kriminalstory um den Mord einer Prostituierten im Los Angeles der 50er Jahre. In Gedanken verknüpft er diese mit Elementen seiner eigenen Biografie – ein wirres Durcheinander. Der Psychiater Dr. Gibbon (Mel Gibson) will ihm helfen, doch Dan Dark schwankt bedenklich zwischen Selbstmitleid und Hass auf den Rest der Welt.


  • Der Kommentar zum Film

Der Kinofilm The singing detective ist ein Remake der gleichnamigen BBC Mini-Serie aus dem Jahre 1986, dem größten Wurf des ansonsten weitestgehenden unbekannten englischen Drehbuchautors und Regisseurs Dennis Potter. 1992 kondensierte Potter höchstpersönlich die Serie auf nicht mal ein Drittel der Länge, verlegte die Handlung aus den 40er Jahren in Großbritannien in die 50er Jahre nach Amerika und wechselte die 40er Jahre Brit Pop Songs gegen frühe Rock’n’Roll Songs der 50er Jahre aus. Leider verstarb er zwei Jahre später und sein Drehbuch kreiste eine Dekade lang bei amerikanischen Studios. Schließlich fand Mel Gibson mit seiner Produktionsfirma ICON Interesse an dem schrägen Stoff, und wollte auch selbst mitspielen. Keith Gordon zeigte sich begeistert, die Regie zu übernehmen und konnte seinen ehemaligen Schauspielerkollegen Robert Downey Jr. (1986 teilten sie sich in Back In School ein gemeinsames Zimmer) dazu bewegen, die Hauptrolle zu übernehmen.

Robert Downey Jr. glänzt in dieser schwierigen Doppelrolle: Er spielt den zynischen kranken Autor genauso überzeugend wie den extrem coolen Detektiv, der einem Film Noir entsprungen zu sein scheint. Auch die vielen Musical-Einlagen und Tanznummern meistert er souverän. Für diesen grandiosen Spagat hätte er einen Oscar verdient.

Der Film springt gnadenlos zwischen diversen Realitätsebenen hin und her: Da steht etwa im gleißend hellen Krankenhaus ein halbes Dutzend Ärzte im weißen Kittel zur Visite um das Bett des Patienten Dan Dark, und verfällt innerhalb weniger Sekunden in eine Musicalnummer. Eine absurde Situation. Dan Dark sieht den coolen Detektiv vor sich, der in einem Mordfall ermittelt, und auf einmal sitzt er selbst an dessen Stelle. Oder ist er gar selbst der Detektiv? Und wer sind die beiden lässigen Gangster (Adrian Brody und Jon Polito), die ihm scheinbar nach dem Leben trachten, aber dann immer wieder in Tanznummern verfallen? Cutter Jeff Wishengrad hat - gemeinsam mit dem Ausstattungsteam – hervorragende Arbeit geleistet, um die Übergänge zwischen den permanent wechselnden Ebenen geschmeidig zu gestalten.

The singing detective erfordert eine hohe Flexibilität des Zuschauers, am ehesten funktioniert er wie ein Comic – nur eben auf der für den Konsumenten wesentlich schwieriger zu gestaltenden Filmebene. Doch der unkonventionelle Genre-Mix aus Drama, Film Noir, Comedy und Musical überzeugt. Freunde schräger Unterhaltung sind hier bestens aufgehoben.


  • Das Bonusmaterial

Das 8-minütige Feature „Hinter den Kulissen“ zeigt das bunte Treiben bei diesem Dreh und etliche lustige Momente, die sich „nebenbei“ ergeben haben. In den Interviews erklärt Robert Downey Jr., dass er anfangs besorgt war, die Rolle des Singing Detective zu übernehmen, denn er kannte all die Figuren aus dem Film Noir und sie waren „so cool“. Aber es ist ihm gelungen, ebenso cool zu wirken – eine große Leistung. Nicht zu vergessen dabei ist, dass der Schauspieler eine Doppelrolle hatte, und ebenfalls als Dan Dark auftauchen musste. Robert Downey Jr. setzte durch, dass die eklige Hautkrankheit ihm an jedem Drehtag aufs Neue von der Maske geschminkt wurde – ein mehrstündiger, enorm aufwendiger Prozess. „Ich habe ihnen gesagt, ich flippe aus, wenn sie das nicht hinbekommen,“ sagt der ambitionierte Schauspieler, und fügt hinzu: „Sie haben es hinbekommen.“ Den Regisseur Keith Gordon beschreibt er als „qualified and hungry“, qualifiziert und neugierig auf das ungewöhnliche Projekt.
Über Mel Gibson zeigten sich alle begeistert: Seine Firma produzierte den Film und er spielte die Rolle des Psychiaters. Robert Downey Jr. sagt bescheiden: „Es ist seine Firma, seine Show, seine Welt. Ich bin bloß ein Eichhörnchen, das eine Nuss sucht.“ Aber keine ganz kleine...

Katie Holmes, die seit Batmann Begins (2005) in aller Munde ist, spielt die einzig wirklich nette Frau in Singing Detective – Krankenschwester Mills. Es klingt, als wäre sie immer noch in ihrer Rolle, wenn sie über Robert Downey Jr. sagt: „Robert erzählt so viele Witze. Ich habe unglaublich viel gelacht.“

Keith Gordon über seine Regiearbeit: „In den 60er Jahren gab es das Sprichwort ‚Verliere Deinen Verstand und Du kommst an deine Gefühle’ – so ist es hier. Die Genres mischen sich und der Zuschauer soll überrascht werden.“ Mel Gibson zeigt sich ebenfalls begeistert über das von ihm finanzierte Projekt: „Der Autor Dennis Potter wollte sein Buch für die Leinwandadaption von acht Stunden auf zwei herunterkürzen. Er hat gute Arbeit geleistet. Er hat wirklich die Essenz rausgeholt.

Der Trailer zum Film, vier weitere Trailer (Vom Suchen und Finden der Liebe, Kammerflimmern, Rossini und Im Rennstall ist das Zebra los) und Der Besondere Filmtipp Napola – Elite für den Führer ergänzen die Bonus Tracks dieser DVD.

Nana A.T. Rebhan


  • The Singing Detective
Genre: Komödie
Darsteller: Robert Downey Jr., Robin Wright Penn, Katie Holmes, Adrien Brody, Mel Gibson
Regie: Keith Gordon
Produzent: Mel Gibson
Herstellungsland: USA
Herstellungsjahr: 2004

  • Technische Angaben
Laufzeit 105 Min, FSK 12
Sprache D, E
Bild Widescreen (16:9)
Ton DTS / DD 5.1

  • Bonusmaterial
- Interviews in engl. mit deutschen Untertiteln (ca. 12 Min.)
- Darstellerfilmografien
- Blick hinter die Kulissen (ca. 9 Min.)

Erstellt: 11-10-05
Letzte Änderung: 11-10-05