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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 11. November 2004 - 09/11/04

The Machinist

Trotz manch unangenehmen Anblick hat sich die Horrorreise gelohnt


Ein Film von Brad Anderson 
 
Synopsis: Seit über einem Jahr hat der inzwischen völlig abgemagerte Werkzeugmacher Trevor Reznik (Christian Bale) kein Auge mehr zugetan. Aufgrund seiner Schlaflosigkeit beginnt er, an seinem Verstand zu zweifeln.
 
Kritik: So hat man Christian Bale, den neuen Star am amerikanischen Schauspieler-Firmament, noch nie gesehen – zum Skelett abgemagert, von den Gym-Club-Muskeln, die er als skrupelloser Yuppie in „American Psycho“ noch selbst verliebt spielen ließ, keine Spur mehr. Für seine bisher anspruchvollste Rolle hat sich Bale mit einer speziellen Diät, bestehend aus einer Dose Tunfisch und einem Apfel am Tag- mehr als 30 Kilo herunter gehungert .
 
Bale gibt einen Werkzeugmacher namens Tevor Reznik, der vor einer düsteren, in ausgebleichten, grünlichen Bildern eingefangenen Industriekulisse Tag für Tag Spezialschrauben dreht, in einer Halle voller Maschinen, die unheimliche Geräusche von sich geben und umgeben von hemdsärmeligen, verschwitzten Kollegen. Nach Feierabend vertreibt sich der Single seine Zeit bei einer freundlichen Prostituierten (sehr uneitel gespielt von Jennifer Jason Leigh) oder bei Blaubeerkuchen und Kaffee im Flughafenbistro, wo eine nette Latino-Bedienung Aussicht auf das baldige Ende seiner Soloexistenz verspricht. Nur eines quält Reznik, die eigene Schlaflosigkeit und die damit verbundenen, immer stärker werdenden Zweifel, ob das, was sich tagtäglich an merkwürdigeren Déjà-Vus, Horrorszenarien und merkwürdigen Zufallsverkettungen vor seinen schwarz geränderten Augen abspielt, real oder vielmehr Anzeichen für seinen einsetzenden Wahnsinn ist.
 
Geschickt führt die Geschichte uns Zuschauer mittels verzerrter Perspektiven, raffinierter Bildkompositionen und unheilvollen Sounddesigns an der Nase herum. Fast physisch ist dieQual, die man als Zuschauer mit Trevor Reznik durchleidet. Gleichzeitig gelingt es dem Independent-Filmer Brad Anderson, der mit Session 9 vor drei Jahren schon einen viel beachteten Horror-Thriller in Szene gesetzt hatte, dass das Wechselspiel zwischen Realität und trügerischen Erinnerungen nicht zur genretypischen Effekthascherei verkommt. Auch wenn zwischendurch manches dafür spricht, dass sich der Film in seiner eigenen Paranoia verliert, am Ende wartet Anderson mit einem wunderbaren Schluss auf. Trevor Reznik auf seiner verwirrenden mentalen Horrorreise begleitet zu haben, hat sich trotz manchem unangenehmen Anblick, der einen in den Schlaf begleitet, gelohnt.
 
Martin Rosefeldt
 
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The machinist
Regie: Brad Anderson
Drehbuch: Scott Kosar
Darsteller: Christian Bale, Jennifer Jason Leigh
USA, 2004, 102’

Erstellt: 09-11-04
Letzte Änderung: 09-11-04