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01/04/2008 - World Jazz - 28/08/08

The Embassadors feat. Michel Ongaru

„Healing The Music”


The Embassadors ist ein außergewöhnliches Musikprojekt, mit Musikern aus der ganzen Welt. Die vielfältigen kulturellen Prägungen und musikalischen Interessen der Protagonisten bilden die Basis für dies faszinierend auratische Album.

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Die treibende Kraft hinter dem Musikerkollektiv The Embassadors ist der Multiinstrumentalist Hayden Chisholm. Der in Neuseeland geborene und zwischen Köln und Barcelona pendelnde Chisholm ist ein begieriger Musiker, stets auf der Suche nach neuen Inspirationen. Er studierte in Deutschland, Indien und Japan Musik, hat für diverse Rebecca Horn Installationen den Sound kreiert und war unter anderem in Bandprojekte wie Pluramon oder Root 70 (s. Arte-CD-Tipps 27.06.06) involviert. Seine jahrelangen musikalischen Erfahrungen im Grenzbereich von Jazz, Welt- und Dub-Musik sowie seine vielseitigen internationale Musikerkontakte hat er nun für das Embassador-Projekt kongenial gebündelt. Gemeinsam mit der deutschen Dub-Koryphäe und dem Labelbetreiber Burnt Friedman produzierte er das Debüt „Healing The Music“.

Der Kern des Embassadors-Projekts bildet die Root 70 Besetzung mit dem Ausnahmeposaunisten Nils Wogram, dem Schlagzeugvirtuosen Jochen Rückert und dem großartigen Bassisten Matt Penman. Des weiteren sind der Top-Cellist Claudio Bohorquez, der Geiger und Obertonsänger Gareth Lubbe, der unter anderem regelmäßig mit dem Mahler Chamber Orchestra zusammenarbeitet und die Solo-Violine im Gewandhaus Leipzig spielt, sowie der Perkussionist Marcio Doctor involviert. Für Chisholm war es ein lang gehegter Wunsch, mit diesen Künstlern aus Deutschland, Peru und Südafrika zusammenzuarbeiten, die sowohl einen breitgefächerten musikalischen Hintergrund haben als auch daran interessiert sind, ein neues musikalisches Spektrum abseits gängiger Genres zu erschließen. Doch erst als Chisholm auf den kenianischen Sänger und Multiinstrumentalisten Michel Ongaru stößt, hat er das ihm noch fehlende musikalische Glied für sein Musikprojekt gefunden. Während das Album instrumental in Köln eingespielt wird, finden mit Ongaru zwei Monate später die Gesangsaufnahmen in einem Hotel in Kenia statt. Es ist Ongarus getragener, archaisch anmutender Gesang, der den kaleidoskopischen Kompositionen eine universale Form verleiht.

Die Kompositionen der Embassadors, die sich aus Elementen der Klassik-, Welt- und Jazz-Musik speisen, machen Musikkategorien obsolet. Mit „Healing The Music“ haben The Embassadors einen längst überfälligen und leider viel zu selten praktizierten musikalischen Befreiungsschlag unternommen.



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Gétatchèw Mekurya & The Ex
“11 Ethio-Punk Songs”




Zwei extrem unterschiedliche musikalische Welten treffen aufeinander, als der äthiopische Saxophonist Gétatchèw Mekurya gemeinsam mit der niederländischen Anarchopunkband The Ex für eine Konzerttour probt. Ein Filmteam begleitet die Proben der Punkband, die 1979 aus der Amsterdamer Hausbesetzer Szene hervorgegangen ist, mit der äthiopischen Saxophonikone Mekurya, der traditionelle Gesangsstile in sein Spiel einfließen lässt und häufig mit Free-Jazz-Musikern wie Ornette Coleman oder Albert Ayler verglichen wird. Mit einfachsten filmischen Mitteln stellt der Regisseur Stéphane Jourdain die intime und arbeitsintensive Studioatmosphäre der energetischen Bühnenpräsenz dieses Musikerprojekts gegenüber, bei ihrem Abschlusskonzert während des Pariser Jazzfestivals Banlieues Bleues. Trotz der Kommunikationsbarriere zwischen den Musikern und den divergenten kulturellen Prägungen findet sich eine gemeinsame Sprache, in der Europa und Afrika, Punk und die traditionelle äthiopische Musik eine faszinierende Symbiose eingehen.


Matthias Schneider

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CD
The Embassadors feat. Michel Ongaru
„Healing The Music”
Nonplace / Groove Attack / La Baleine

DVD
Gétatchèw Mekurya & The Ex
“11 Ethio-Punk Songs”
La Huit / Buday Musique / Fenn Music Service

Erstellt: 31-03-08
Letzte Änderung: 28-08-08


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