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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 07. Dezember 2006 - 04/12/06

The Departed - Unter Feinden

Ein Film von Martin Scorsese


Gelungenes Remake
eines Hong-Kong-Cop-Thrillers

USA 2006, 146 Min.
Regie: Martin Scorsese
Mit Leonardo di Caprio, Matt Damon, Jack Nicholson, Mark Wahlberg


  • Im Gespräch mit den Schauspielern

Leonardo DiCaprio ("Billy")
... über die Geschichte
00:00:26, mp3 Real Audio
... über Jack Nicholson
00:00:38, mp3 Real Audio

Matt Damon ("Collin")
...über den Film
00:00:31, mp3 Real Audio
...über die Vorbereitung auf die Rolle
00:00:38, mp3 Real Audio

Mark Wahlberg ("Dignam")
...über seine Rolle
00:00:19, mp3 Real Audio
...über seinen Bostoner Hintergrund
00:00:24, mp3 Real Audio

Martin Sheen ("Queenan")
...über den Reiz des Projekts
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Ray Winstone ("Mr. French")
...über seine Rolle
00:00:30, mp3 Real Audio

Vera Farmiga ("Madolyn")
...über die Arbeit mit Matt Damon und Leonardo DiCaprio
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Alec Baldwin ("Ellerby")
...über die Geschichte
00:00:13, mp3 Real Audio

 
Synopsis: Gangsterboss Costello (Jack Nicholson) herrscht über Boston. Colin (Matt Damon) hat er bereits früh unter seine Fittiche genommen. Dieser arbeitet als Spion für ihn bei der Polizei. Billy (Leonardo di Caprio) ist gerade mit seiner Ausbildung bei der Polizei fertig geworden und bekommt den Auftrag verdeckt gegen Costello zu ermitteln. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die beiden Maulwürfe Billy und Colin aneinander geraten müssen...
 
Kritik: Selten gelingen Hollywood Remakes asiatischer Filme, die an das Original heranreichen. Im Falle von THE DEPARTED - UNTER FEINDEN ist dies beeindruckend gelungen. Martin Scorsese zeigt seinen besten Film seit CASINO (1995), also seit über zehn Jahren und greift dabei auf seine bewährten Freunde zurück. Hinter der Kamera findet sich deshalb Michael Ballhaus wieder, dem es gelingt, Bilder zu finden, die den Tonfall des Films perfekt visualisieren.

Als Gegenspieler glänzen Leonardo di Caprio und Matt Damon in den Hauptrollen. Leonardo di Caprio scheint mit Scorsese den perfekten Regisseur gefunden zu haben; in jedem seiner Filme spielt er ein wenig besser. Zuletzt war er als einsamer, wirrer Kopf in dem Biopic THE AVIATOR (2004) zu sehen. Ähnlich einsam bewegt er sich nun durch THE DEPARTED. Versucht, als aufrechter Cop durchs Leben zu gehen, doch durch seine Tätigkeit als Maulwurf wird er gezwungen, immer mehr an den miesen Machenschaften Costellos teilzuhaben. Seine Hände werden immer blutiger und es ist kein Ende in Sicht.
 
Matt Damon gibt seinen Gegenspieler, und was beide nicht wissen: Sie teilen sich die gleiche Frau, die Psychologin Madolyn (Vera Farniga). Diese spielt die einzige Frau im Film, aber leider ist ihre Performance unglaubwürdig. Man nimmt dem netten Mädchen nicht ihre morbide Leidenschaft ab, die  nötig ist, um sich gleichzeitig mit zwei bösen Jungs einzulassen - auch wenn Colin sie nicht in sein doppeltes Spiel eingeweiht hat.
 
Megastar Jack Nicholson darf protzen. Er spielt keine Rolle, sondern den diabolisch grinsenden Leinwandbösewicht, eine Art Konzentrat seiner bisherigen Schurkenrollen. Das sprengt bisweilen fast den Rahmen, er will dabei ja schließlich nicht nur böse, sondern auch verdammt sexy sein. Colin und Billy werden den Film jedoch wieder mit ihren handfesten Problemen. Gegen den Lauf der Zeit müssen sie versuchen, den anderen Maulwurf möglichst schnell zu enttarnen, denn sonst wird es ihnen selbst an den Kragen gehen.
 
THE DEPARTED ist fast eine Stunde länger als sein Original, der Hong-Kong-Cop-Thriller INFERNAL AFFAIRS (2002). Das Drehbuch von William Monahan konzentriert sich mehr auf die Psychologie der Figuren, und baut Nebenfiguren und Handlungen ein. Madoyln etwa gibt es im Original nicht. Die Melancholie der asiatischen Maulwürfe fehlt im amerikanischen Remake zwar, aber die Leistung von di Caprio, Damon & Co. ist unbestritten. Auch wenn THE DEPARTED nicht wie eine Herzensangelegenheit von Scorsese wirkt, so spürt man seine Handschrift doch in jeder Szene, und sein Film ist spannend und cool von der ersten bis zur letzten Minute.
 
Nana A.T. Rebhan

Erstellt: 04-12-06
Letzte Änderung: 04-12-06