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Venedig 2005 - Außer Konkurrenz - 09/09/05

The Corpse Bride

Ein Animationsfilm von Mike Johnson und Tim Burton


(USA, 2005, 75 Min.)
Mit den Stimmen von Johnny Depp, Emily Watson, Helena Bonham-Carter, Christopher Lee, Joanna Lumley…

Synopsis: In einem Dorf der viktorianischen Ära begegnet Victor, der Sohn einer reichen Fischerfamilie, zum ersten Mal seiner künftigen Frau Victoria, der Tochter verarmter Aristokraten. Die Hochzeit soll am darauf folgenden Tag stattfinden. Da er sich bei den Proben zu seiner Hochzeitsrede dauernd verspricht, setzt ihn der Pfarrer vor die Tür. Während er nun im Wald versucht seinen Text korrekt einzustudieren, taucht die Leiche einer als Braut gekleideten Frau auf, die wohl seine Gemahlin sein muss: Er schreitet in das Reich der Toten.


Der Trailer zum Film
Im Gespräch mit Tim Burton
Interview Christophe Vuylsteke (Real Video)


Kritik: Das herausragende Marionetten-Märchen 'Nightmare Before Christmas' hat sich dauerhaft ins Gedächtnis der Filmfreunde eingeprägt, als handele es sich dabei um ein unvergleichbares Meisterstück: Das erste Mal, dass auf einer Leinwand die animierten Objekte auf eine solch eindrucksvolle Weise lebensechten Bewegungen glichen.
Für diesen zweiten Film arbeitet Tim Burton mit Mike Johnson anstelle von Henry Selick und ändert seinen Stil, wobei er jedoch seine geistreiche Art bewahrt, die darauf beruht, schwarzen Humor mit gothischen, durch Edgar Poe beeinflussten Fabeln zu kombinieren, die das Aufeinanderprallen gegensätzlicher Welten schildern.

Die animierten Gestalten scheinen wahrhaftig zu atmen, springen, tanzen und zu singen. Sie rufen noch immer diesen subtilen Schauder, dieses unheimliche Gefühl hervor, das uns beim Anblick sich scheinbar von Geisterhand bewegender Dinge befällt.

Tim Burton hegt eine wahre Leidenschaft für 'Stop Motion Animation', eine zwar ältere aber immer noch viel versprechende Technik, was er bei jedem seiner umwerfenden Projekten erneut unter Beweis stellt. Die Marionetten-Meister Mackinnon und Saunders haben innovativ mit Silikon gearbeitet, das den Puppen neue Gesichtsausdrücke verleiht. Die Haut der Figuren erscheint zart und geschmeidig, wenn auch etwas grau und bleich. Denn in 'Corpse Bride' wird ein Grundsatz sofort ersichtlich: die Lebenden bewegen sich in einer Welt, in der subtile schwarz-weiss Töne dominieren, während das Reich der Toten durch irrsinnig leuchtende Farben erhellt wird. Ungebändigte Skelette tanzen auf Jazzmusik in der kleinen Kneipe nebenan und andere Tote trinken berauscht und belustig aus Bierkrügen.
Die Geschichte ist von einem russischen Märchen abgeleitet, in dem ein Mann aus Versehen eine Tote heiratet, das Ambiente schwankt aber komischerweise eher zwischen viktorianischer Gothik und mexikanischer Toten-Fiesta.

Als Victor aus Versehen das Skelett seines ehemaligen geliebten Hundes auffordert, den 'Toten Hund' zu spielen, oder als ein Husar den Film 'Vom Winde verweht' erwähnt, kommt Tim Burtons schwarzer Humor wirklich zum Tragen. Die in der Form scharf stilisierten Gestalten verkörpern eigenartige und liebenswürdige Archetype: so Victor, der introvertierte, sehr wie Edward mit den Scherenhänden anmutende Held; oder auch Maggot, der etwas perverse, Jiminy-Criket-artige Wurm der Gemahlin. Als wahrer Meister des Films vollzieht Tim Burton hier einen regelrechten Hochseilakt und bietet uns eine abwechslungsreiche Show: Mal eine schauderhafte Nacht im Reich der Toten, mal einen fantastischen und grotesken Skelett-Tanz, und schliesslich einen romantischen Helden, dessen Herz zwischen seiner beiden liebenswürdigen Geliebten, der Toten und der Lebendigen, schwankt.

Delphine Valloire


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The Corpse Bride
Ein Animationsfilm von Mike Johnson und Tim Burton
(USA, 2005, 75 mn)
Mit den Stimmen von Johnny Depp, Emily Watson, Helena Bonham-Carter, Christopher Lee, Joanna Lumley…
Venedig 2005 - Außer Konkurrenz

Erstellt: 08-09-05
Letzte Änderung: 09-09-05