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Venedig 2005- Offizieller Wettbewerb - 10/09/05

The Constant Gardener

Ein Film von Fernando Meirelles


Engagierter Politthriller
der in Kenia spielt

Großbritannien, Deutschland, Kenia 2004, 128 Min.
Mit Ralph Fiennes, Rachel Weisz, Danny Huston, Daniel Harford, Pete Postlethwaiteo

Synopsis: Nach dem Mord an seiner jungen Frau Tessa (Rachel Weisz), einer politisch engagierten Aktivistin in Kenia beginnt ihr Witwer, der britische Diplomat Justin Quayle seine Nachforschungen. Er findet heraus, dass Tessa dabei war, einen Pharmazieskandal aufzudecken: Kenianische Patienten wurden für ein Tuberkulosemedikament als Versuchskaninchen missbraucht. Weil er zuviel weiß, gerät Justin selbst in Lebensgefahr.

Kritik: Nach seinem fulminanten Spielfilmdebüt City of Gods – das für einen Auslandsoscar nominiert wurde - setzt der brasilianische Regisseur Fernando Meirelles erneut auf sein Markenzeichen: Die dynamische Handkamera seines langjährigen Freundes César Charlone Schon alleine dadurch unterscheidet sich THE CONSTANT GARDENER von anderen Großproduktionen mit Staraufgebot. Wie er in CITY OF GODS die Favélas in ihrer eigentümlichen Vitalität in Szene setzte, so lässt er in seinem neuen Film die Farben der Afrikaner sprechen. Im Kontrast dazu erscheint Europa (London und Berlin) als ein trister Ort, in dem die Farbe grau vorherrscht.

Joseph Fiennes hat seit The English Patient keine Rolle mehr gespielt, in der er einen so sensiblen Charakter verkörpern durfte. Justin ist nicht der geborene Held eines Politthrillers. Am Liebsten kümmert er sich um seine Pflanzen und genießt das Zusammensein mit Tessa, die Farbe in sein eigentlich eher ruhiges Leben bringt. Jospeh Fiennes über seine Rolle: „Justin ist ein leidenschaftlicher Gärtner – es gibt ein internationales Verständnis eines Gärtners, eines Menschen, der die Sensibilität hat, zu sehen, wie etwas lebt und wächst, und sich darum kümmert, wie etwas blüht.“ Doch viel Zeit dazu hat er nicht in diesem Film. Ganz zu Beginn ist Justin gerade dabei, liebevoll seine Pflanzen zu gießen, als er die Nachricht vom Mord an Tessa erhält. Ab diesem Moment gerät er in die Rolle des Spions und des unfreiwilligen Helden.

In einer halbstündigen Rückblende erzählt der Film die Liebesgeschichte von Tessa und Justin. Rachel Weisz ist sehr überzeugend in der Rolle der Tessa, jener jungen Aktivistin, die für ihre politische Überzeugung sogar ihr Leben aufs Spiel setzt. Etwas seltsam mutet es allerdings an, dass Tessa erst 24 Jahre alt sein soll, bei all ihrem souveränen Auftreten, noch zumal Rachel Weisz eigentlich zehn Jahre älter ist.

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von John le Carré, Jeffrey Caine schrieb das Drehbuch für die Leinwand. Die Charaktere sind im Roman und im Drehbuch bereits sehr gut ausgearbeitet, das merkt man auch dem sicheren Spiel der beiden Hauptdarsteller an. Fernando Mereilles recherchierte sehr viel zum Thema Pharmaindustrie. Er drehte sogar einen 9-minütigen Dokumentarfilm, der Bestandteil des Films sein sollte, der aber den Rahmen gesprengt hätte. Er wird später auf der DVD Ausgabe zu finden sein. The Constant Gardener ist sehr nahe der Realität. Er ist ein Film, der nicht nur spannend und unterhaltsam ist. Er trägt auch eine ernsthafte Botschaft zum Nachdenken in sich. Im Abspann finden sich folgende Worte des Autors John le Carré, die die Zuschauer nach draußen begleiten: „Keiner in dieser Geschichte, weder eine Person, noch eine Begebenheit noch eine Institution basiert – Gott sei Dank – auf einer wirklichen Person oder Begebenheit. Aber ich kann ihnen eines versichern: Als ich meine Reise durch den pharmazeutischen Dschungel fortsetzte, wurde mir klar, dass – verglichen mit der Realität – meine Geschichte so zahm ist wie eine Postkarte aus dem Urlaub.“

Nana A.T. Rebhan


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The Constant Gardener
Großbritannien, Deutschland, Kenia 2004, 128 Min.
Regie: Fernando Meirelles
Mit Ralph Fiennes, Rachel Weisz, Danny Huston, Daniel Harford, Pete Postlethwaiteo
Venedig 2005- Offizieller Wettbewerb

Erstellt: 30-08-05
Letzte Änderung: 10-09-05