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Kino auf ARTE - 08/08/12

Tengri - Unter dem endlos blauen Himmel

(Tengri, le bleu du ciel)
Spielfilm, Frankreich, Deutschland, Kirgisistan, 2008, ARTE F, 95 Min.
Regie: Marie Jaoul de Poncheville, Drehbuch: Marie Jaoul de Poncheville, Jean-Francois Goyet, Azamat Kadyraliev, Kamera: Sylvie Carcedo Dreujou, Assan Imanaliev, Musik: Birgit Løkke, Nikolai Marousitch, Schnitt: Catherine Quesemand, Produktion: L Films, Cine Dok GmbH, ARTE France Cinéma, French Production, Produzent: Talaibek Bapanov, Frank Müller, Emmanuel Schlumberger
Mit: Albina Imacheva (Amira), Ilimbek Kalmouratov (Temür), Hélène Patarot (Raissa), Taalaïkan Abazova (Uljan), Aïbek Midin Uulu (Taib), Nikolaï Marousitch (Erofei), Bousourman Odourakaev (Shamshi)

Eine junge Kirgisin und ein ehemaliger Fischer aus Kasachstan lehnen sich beide gegen ein aussichtsloses Leben auf, verlieben sich und versuchen zusammen zu überleben.


Temür ist ein 30-jähriger Kasache. Er wird aus Europa ausgewiesen und möchte ein neues Leben im Dorf seiner Vorfahren in den Bergen Kirgisistans beginnen. Doch wird Temür nach seiner Ankunft rasch deutlich, dass ihn die alten muslimisch-konservativen Männer und Frauen, die die Siedlung bewohnen, als Außenseiter betrachten. Die einzige Hoffnung sieht er in Amira, einer jungen, verheirateten Frau. Diese wartet frustriert auf die Rückkehr ihres Mannes, einen verbitterten Mujaheddin Krieger.
Temür kümmert sich um die lästige Arbeit für die Gemeinschaft und kommt dadurch der jungen Amira und deren Schwiegersohn Taib näher. Amira und Temür verlieben sich. Die beiden Liebhaber können ihre Beziehung jedoch nicht offen ausleben und werden dazu gezwungen, das Dorf zu verlassen und ihr Glück an einem anderen Ort zu suchen.


Dass Marie Jaoul de Poncheville ihren Film "Tengri - Unter dem endlos blauen Himmel" in Asien inszenierte, ist kein Zufall. Bereits in ihren vorigen Filmen "Lung Ta - Forbidden Tibet" und "Molom, a Legend of Mongolia", hatte sie sich der asiatischen Welt gewidmet, um ihr Publikum mit den Reizen aber auch mit den Problemen einer fremden Welt zu konfrontieren.
"Tengri - Unter dem endlos blauen Himmel" spielt in Kirgisistan, einem Land bekannt für seine rauen, prächtigen Landschaften, und gleichzeitig einem der ärmsten Länder der Welt. No-man's-Land, Durchgangsgebiet, Land des Exils - hier kommen die aktuellen Themen der Armut, der Rolle der Frau und der Ökologie deutlich zum Vorschein: Die Frauen führen ein aussichtsloses Dasein, für die Männer kommt nur ein Leben als Söldner oder im Exil infrage, Fauna und Flora sind durch die gnadenlose Ausbeutung der Ressourcen gefährdet.
Doch trotz dieser besorgniserregenden Bilanz wird der Film durch die poetische Energie der Liebesgeschichte zwischen Temür und Amira angetrieben. Eigenständigkeit, Liebe und Freiheit sind drei lebenswichtige Bedürfnisse, die dem Film thematisch zugrunde liegen und für einen Lichtblick sorgen. Die Botschaft des Films könnte lauten: Bleibe frei und lebendig, und wenn Dir eine winzige Hoffnung auf eine bessere Zukunft bleibt, dann wirst Du alles riskieren, um diese Zukunft zu verwirklichen. Und vielleicht wirst Du auf deinem Weg von Tengri, der Gottheit der Nomaden, begleitet, wie Temür und Amira, die Helden dieser berührenden Liebesgeschichte. "Tengri - Unter dem endlos blauen Himmel" feierte 2009 bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes seine Premiere.

Tengri
Samstag 18. August 2012 um 23.45 Uhr
Keine Wiederholungen
(Frankreich, Deutschland, Kirgisistan, 2008, 95mn)
ARTE F

Erstellt: 08-08-12
Letzte Änderung: 08-08-12