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Lezghinka (Real Audio, 2'38")
In A Persian Market (Real Audio, 6'09")
Am Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckten einige europäische Komponisten die Musik der Sinti und Roma als Inspirationsquelle für sich und verzierten klassische Werke mit den exotisch anmutenden Elementen der Gypsy-Musik. Wie zum Beispiel Béla Bartók, der zunächst musikalisch von der westeuropäischen Tradition geprägt war, unter anderem von Brahms, Wagner, Strauss und Debussy. Doch erst seine Auseinandersetzung mit der ungarischen Volksmusik prägte seine originäre Musiksprache. Er fügte Begleitungen zu volksmusikalischen Melodien hinzu oder integrierte das ungarische Musikidiom völlig in seine Kompositionen. Das exklusive und sozial höhergestellte Publikum der europäischen Opernhäuser und Konzertsäle goutierte die orientalische Mystik, die nun Einzug hielt in ihre heiligen Hallen der Klassik. Doch die gesellschaftliche wie auch musikalische Abgrenzung blieb und bleibt selbst heute noch bestehen. Mit der Klassik verbindet man prunkvolle Bühnen und mit der Gypsy-Musik die Straße als Aufführungsort.
Sechs Jahre nach ihrer viel beachteten Veröffentlichung „Band Of Gypsies“ überraschen die Taraf de Haïdouks nun mit ihrem ungewöhnlichen Konzeptalbum. Die zwölfköpfige Balkan-Band „re-gypsyfiziert“ die vorwiegend klassischen Werke von Béla Bartók, Albert Ketèlbey, Aram Khachaturian, Manuela de Falla und Issac Albéniz. Kein leichtes Unterfangen, da die Gypsy-Musiker aus dem Südosten Rumäniens keine Noten lesen können. Denn eigentlich trafen sich die über mehrere Dörfer verstreuten Musiker nur zu ihren Konzerten, ob zu Hochzeiten oder anderen Festivitäten. Ihrer Tradition entsprechend, werden die Werke aus dem Kopf gespielt, wodurch sie eine ganz persönliche und eigenwillige Färbung erhalten. Mit professioneller Unterstützung haben sich die Taraf de Haïdouks für die Aufnahmen von „Maškaradă” über Wochen mit den Noten und Harmoniestrukturen der klassischen Welt auseinandergesetzt. Die atemberaubende Virtuosität der Musiker gewinnt den klassischen Werken eine weitere, neuartige Facette ab, da sie die Elemente der Gypsy-Musik weitaus stärker betont. Obendrein erhalten die Stücke durch das ‚blinde’ Zusammenspiel der Haïdouks eine berauschende Dynamik, wie es kein symphonisches Orchester leisten könnte. Mit dem Album „Maškaradă” ist den Taraf de Haïdouks ein genreübergreifendes Meisterwerk gelungen, das hoffentlich einen gewichtigen Beitrag zur fortschreitenden Anerkennung der Gypsy-Kultur leisten wird.Matthias Schneider







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