
Gohatto 16:9 / 99 Min.
Spielfilm, Japan 1999, ZDF, Synchronfassung, Erstausstrahlung
Regie: Nagisa Oshima, Drehbuch: Nagisa Oshima, Kamera: Toyomichi Kurita, Musik: Ryuichi Sakamoto, Schnitt: Tomoyo Oshima, Produktion: BAC Films, Produzent: Masayuki Motomochi, Shigehiro Nakagawa, Eiko Oshima, Nobuyoshi Ôtani, Kazuo Shimizu
Mit: Beat Takeshi (Hijikata), Ryuhei Matsuda (Sozaburo Kano), Shinji Takeda (Soji Okita), Tadanobu Asano (Hyozo Tashiro), Koji Matoba (Heibei Sugano)

Zusatzinformation: Drehbuch nach zwei Novellen von Ryotaro Shiba
Homosexualität ist beim Militär ein Thema, seit es Armeen gibt. Häufig zur Förderung der Kameradschaft geduldet, wurde sie ebenso häufig unterdrückt, rücksichtslos verfolgt und rigide bestraft. Auch innerhalb der abgeschlossenen Welt der japanischen Samurai waren homosexuelle Beziehungen als Gegebenheiten des Lebens anerkannt. Darüber gesprochen wurde jedoch nicht - schon gar nicht im Kino, in den populären Samurai-Filmen. So blieb es Nagisa Oshima, dem ehemaligen Enfant terrible und jungen Wilden des japanischen Films, vorbehalten, dies in seinem letzten großen, strengen Meisterwerk offen zu tun. Wie in seinen vorangegangenen Filmen gerät auch hier die Leidenschaft des Einzelnen mit den autoritären, patriarchalischen Strukturen der Gemeinschaft in Konflikt. Und sie entlädt sich in Erotik und Gewalt.
"Tabu" lebt von der Spannung des Unausgesprochenen, einer trockenen, choreographischen Aufzählung der Geschehnisse und einem Erzählstil, der das an sich emotionale Thema ohne melodramatische Schnörkel auskommen lässt. Dafür sorgen eine hochkonzentrierte Kameraarbeit, stilisierte Dekors und nicht zuletzt die Schauspielkünste von Ryuhei Matsuda und von dem auch im Westen bekannten Takeshi Kitano, der die wunderbare Figur des sarkastischen Hijakata spielt. Beide beherrschen ihr Handwerk auf eine zurückgenommene, minimalistische Art.
Spätestens seit seinem legendären "Im Reich der Sinne", das zum Zensurfall wurde, ist der japanische Regisseur Oshima ein Regiestar des internationalen Films. Nach 14-jähriger Abwesenheit kehrte er im Jahr 2000 mit dem spannungsvoll erwarteten "Tabu" ("Gohatto") auf die große Leinwand nach Cannes zurück. Aus dem Rollstuhl heraus hatte er eines der letzten Meisterwerke des 20. Jahrhunderts inszeniert.
ARTE zeigt "Tabu" als deutsche Erstausstrahlung in einer für diesen Zweck hergestellten Synchronfassung.






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