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Im Reich der Samurai

Eine einzigartige Kollektion von fünf Spielfilmen aus verschiedenen Jahrzehnten erzählt vom Leben der furchtlosen Krieger – den Samurai.

Im Reich der Samurai

Filmreihe "Im Reich der Samurai" - 25/03/10

Tabu

von Nagisa Oshima


Unter den neu aufgenommenen Rekruten einer Samurai-Eliteschule ist der überaus schöne Sozaburo Kano. Bald entstehen in der Truppe Unruhe und Rivalitäten, die nicht nur die Disziplin aufzuweichen drohen, sondern in brennende Eifersucht und nackte Gewalt ausarten. Nagisa Oshimas bisher letzter Film "Tabu" (Originaltitel "Gohatto") thematisiert als einziger Samuraifilm die tabuisierte Homosexualität unter den Samurai.

Kyoto, 1865. In der alten Hauptstadt eskaliert der Konflikt zwischen kaisertreuen Isolationisten und Befürwortern der Modernisierung sowie Öffnung Japans gegenüber der westlichen Welt - ein Bürgerkrieg droht. Im ganzen Land werden zur Verteidigung des Shogunats gegen die Rebellen junge Männer rekrutiert, um aus ihnen eine schlagkräftige Samurai-Elitetruppe zu formen.
Tabu
Gohatto 16:9 / 99 Min.
Spielfilm, Japan 1999, ZDF, Synchronfassung, Erstausstrahlung
Regie: Nagisa Oshima, Drehbuch: Nagisa Oshima, Kamera: Toyomichi Kurita, Musik: Ryuichi Sakamoto, Schnitt: Tomoyo Oshima, Produktion: BAC Films, Produzent: Masayuki Motomochi, Shigehiro Nakagawa, Eiko Oshima, Nobuyoshi Ôtani, Kazuo Shimizu
Mit: Beat Takeshi (Hijikata), Ryuhei Matsuda (Sozaburo Kano), Shinji Takeda (Soji Okita), Tadanobu Asano (Hyozo Tashiro), Koji Matoba (Heibei Sugano)
Unter den neu aufgenommenen Rekruten der Shinsen-gumi ist auch der attraktive Sozaburo. Zu seiner unwiderstehlichen Schönheit kommen auch noch sein Talent im Fechten und seine Bereitschaft, zu sterben und zu töten. Diese muss er sogleich unter Beweis stellen, als er zum Scharfrichter über einen Kameraden ernannt wird, der gegen den strengen Ehrenkodex der Samurai verstoßen hat. Als Sozaburo während eines Fecht-Turniers einem vermeintlich schwächeren Gegner unterliegt, beginnt sein Vorgesetzter Hijikata zu vermuten, dass die beiden eine heimliche Liebesaffäre haben. Bald entstehen in der Truppe Unruhe und Rivalitäten, die nicht nur die Disziplin zu unterwandern drohen, sondern in brennende Eifersucht und nackte Gewalt ausarten. Ein Film, der von der zerstörerischen Kraft sinnlicher Betörung inmitten von strikter Kriegsräson erzählt.


Zusatzinformation: Drehbuch nach zwei Novellen von Ryotaro Shiba


Noch mehr Infos und Wissenswertes rund um den Film finden Sie hier.
Homosexualität ist beim Militär ein Thema, seit es Armeen gibt. Häufig zur Förderung der Kameradschaft geduldet, wurde sie ebenso häufig unterdrückt, rücksichtslos verfolgt und rigide bestraft. Auch innerhalb der abgeschlossenen Welt der japanischen Samurai waren homosexuelle Beziehungen als Gegebenheiten des Lebens anerkannt. Darüber gesprochen wurde jedoch nicht - schon gar nicht im Kino, in den populären Samurai-Filmen. So blieb es Nagisa Oshima, dem ehemaligen Enfant terrible und jungen Wilden des japanischen Films, vorbehalten, dies in seinem letzten großen, strengen Meisterwerk offen zu tun. Wie in seinen vorangegangenen Filmen gerät auch hier die Leidenschaft des Einzelnen mit den autoritären, patriarchalischen Strukturen der Gemeinschaft in Konflikt. Und sie entlädt sich in Erotik und Gewalt.

"Tabu" lebt von der Spannung des Unausgesprochenen, einer trockenen, choreographischen Aufzählung der Geschehnisse und einem Erzählstil, der das an sich emotionale Thema ohne melodramatische Schnörkel auskommen lässt. Dafür sorgen eine hochkonzentrierte Kameraarbeit, stilisierte Dekors und nicht zuletzt die Schauspielkünste von Ryuhei Matsuda und von dem auch im Westen bekannten Takeshi Kitano, der die wunderbare Figur des sarkastischen Hijakata spielt. Beide beherrschen ihr Handwerk auf eine zurückgenommene, minimalistische Art.

Spätestens seit seinem legendären "Im Reich der Sinne", das zum Zensurfall wurde, ist der japanische Regisseur Oshima ein Regiestar des internationalen Films. Nach 14-jähriger Abwesenheit kehrte er im Jahr 2000 mit dem spannungsvoll erwarteten "Tabu" ("Gohatto") auf die große Leinwand nach Cannes zurück. Aus dem Rollstuhl heraus hatte er eines der letzten Meisterwerke des 20. Jahrhunderts inszeniert.

ARTE zeigt "Tabu" als deutsche Erstausstrahlung in einer für diesen Zweck hergestellten Synchronfassung.

Der Trailer des Films:




Donnerstag, 18. März 2010, um 20.15 Uhr

Tabu
Sonntag 28. März 2010 um 03.00 Uhr
Keine Wiederholungen
(Japan, 1999, 99mn)
ZDF

Erstellt: 19-02-10
Letzte Änderung: 25-03-10