Dienstag, 29. Mai 2007 um 20.40 Uhr - 17/09/08
Milliardenpoker um den Wein
Dokumentation von Wiltrud Kremer, Deutschland 2006, Erstausstrahlung, 16:9 / 59 Min.
Während in Europa für die Vernichtung von Rebstöcken von der EU Prämien gezahlt werden, um der Überproduk- tion von Wein zu begegnen, werden immer mehr Weine aus den so genannten neuen Weinländern USA, Australien, Brasilien, Südafrika und Argentinien importiert. Und in diesen Ländern setzt man sich über traditionelle Anbau- und Lagertraditionen hinweg, um kostengünstig zu produzieren. Doch gerade in ihren Anbaumethoden sehen die Winzer in Europa schützenswertes kollektives geistiges Eigentum. Die Globalisierung hat auch den Weinanbau erreicht, denn die Länder der "neuen Weinwelt" haben die Spielregeln längst verändert.
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Ausschnitt 1 (Real Player, 0'36)Ausschnitt 2 (Real Player, 0'45)Ausschnitt 3 (Real Player, 0'42)Als Jacky Mombellet noch ein Junge war, machte sein Vater im Süden Frankreichs 1.000 Hektoliter Wein im Jahr. Davon konnten vier Familien gut leben. Heute, 30 Jahre später, produziert Jacky Mombellet immer noch 1.000 Hektoliter Wein. Doch das Geld, das ihm die Winzergenossenschaft dafür zahlt, reicht nicht einmal mehr für seinen Lebensunterhalt. Deshalb wird er jetzt die Hälfte seiner Rebstöcke ausreißen und dafür Geld von der EU kassieren. 400.000 Hektar Reben will die Europäische Union vernichten lassen, um die Überproduktion und den Preisverfall in Europa zu stoppen.
Joel Peterson begann vor 30 Jahren Wein zu machen. Damals hatte er gerade mal 4.000 Dollar Startkapital. Seine Weinproduktion in Kalifornien wuchs jedes Jahr um 20 Prozent. Als er schließlich seine Marke "Ravenswood" verkaufte, war sie 148 Millionen Dollar wert.
Kalifornien ist nach Frankreich, Italien und Spanien das viertgrößte Weinanbauland auf der Welt. Hinzu kommen neue Weinländer wie Australien, Südafrika, Chile, Brasilien und Argentinien. Der Milliardenpoker um den Wein ist voll im Gange. Neue Methoden in der Weinherstellung werden entwickelt und angewandt. Jeder Jahrgang soll gleich schmecken, der Massengeschmack wird bedient. Mit Hilfe von Eichenchips und -pellets lassen sich "Barrique"-Weine viel kostengünstiger herstellen als im herkömmlichen Eichenfass, in denen der Wein jahrelang gelagert werden muss. In der alten Welt des Weines sind solche Methoden noch verpönt, die jungen Produzenten in Übersee machen damit Kasse. Selbst Herkunftsbezeichnungen wie "Burgunderwein" wurden bereits kopiert.
Die Dokumentation ist den Folgen dieses Geschäfts für Preis und Qualität, für Authentizität und Geschmack des Weins auf der Spur und geht der Frage nach, wer im Kampf zwischen industriell hergestellten Markenweinen und traditionell hergestellten Weinen aus Lagen mit geschützten Herkunftsbezeichnungen siegen wird.
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Kopiert, geraubt, gefälscht?
Dienstag, 29. Mai 2007 ab 20.40 Uhr
Wiederholung am 30. Mai 2007 ab 14.40 Uhr
Themenabend, SWR, 2007, 122 Min.
Erstellt: 25-05-07
Letzte Änderung: 17-09-08