Synopsis: Der 40-jährige New Yorker Theaterregisseur Caden (Hoffman) wird von seiner Frau, der Malerin Adele (Keener) samt 4-jähriger Tochter verlassen, die sich in der Berliner Kunstszene ausleben will. Nach einer Annäherung an Kassiererin Hazel (Morton), heiratet Caden seine Schauspielerin (Williams). Während all dessen beginnt er mit Hilfe einer Kunststiftung, sein eigens, monumentales Theaterwerk in einer gigantischen Lagerhalle zu kreieren. Er will sein Leben in Echtzeit nachspielen, oder besser, es nachstellen, wie er es gern gehabt hätte – in einer Zeitspanne von 40 Jahren.
Im Gespräch mit Philip Seymour Hoffman und Catherine Keener
Der Trailer zum Film(Windwos Media Video)
Kritik: Scharfzüngiger Witz in den Dialogen und eine verwirrend surreale Traumwelt, in dem für die tragikkomischen Charaktere alles ganz selbstverständlich zu sein scheint – das kann nur das Markenzeichen von Charlie Kaufman sein. Der schrieb bereits die preisgekrönten Drehbücher für „Being John Malkovich“ oder „Adaption“, verfilmt von Spike Jonze, „Human Nature“ and „Eternal Sunshine On The Spotless Mind“ von Michel Gondry oder „Confessions Of A Dangerous Mind“ von George Clooney. Jetzt hat er zum ersten Mal sein eigenes Script auch verfilmt: „Synecdoche, New York“ veranschaulicht einmal mehr das Universum des Charlie Kaufman, das einer eigenen Logik zugrunde liegt und sich in viele Schichten und Level auf-fächert. Das ist nicht immer einfach greifbar auf den ersten Blick. Lässt man sich aber auf seine Erzählweise der Dinge ein, kann das der Anfang einer wunderbaren Freundschaft sein.
Sein Debüt nun enthält im Kern eine große, innere Einsamkeit eines Mannes und seine immer währende Unglücklichkeit, was sich beides als roter Faden durch sein Leben ziehen. Es han-delt von viel tiefer Traurigkeit zwischen kurzen Momente von zarter Nähe. An der Oberfläche diese wahnwitzig genialen Reise jedoch ist alles möglich: Wenn Hazel, Cadens heimliche Liebe, in einem fortwährend brennenden Haus wohnt und latent daran zu ersticken droht oder immer ein anderes Organ von Caden seinen Dienst verweigert, fragt man sich spontan, wie viel Charlie Kaufman aus seinen Träumen verarbeitet hat und wie viel aus psychoanalytischen Sitzungen.Aber eigentlich, so sagte Kaufman gerade in einem Interview in Cannes, geht es ihm um „emotionale Wahrheiten“. Ausgangspunkt seines Debüts war demnach ein Projekt für einen Horrorfilm für Spike Jonze, das im Laufe von zwei Jahren eine Eigendynamik entwickelte. Kaufman stellte sich nämlich vor, welche Dinge ihm am meisten Angst bereiten. Das Resultat musste er einfach selber verfilmen, als Jonze anderweitig involviert war. Ein Horrorfilm über die persönlichen Ängste also, der das Thema der Synekdote zum Aufhänger nimmt.
Synekdote ist ein Begriff, der für etwas Ganzes, Übergeordnetes steht. Und auf den Titel verweisend, baut sich Caden seinen Mikrokosmos, eine gigantische Theaterkulisse in einer verlassenen Lagerhalle. Es ist die Verwirklichung der Sehnsucht, das eigene Umfeld zwanghaft unter Kontrolle zu haben. Und nach und nach lässt er die Menschen in seiner Nähe, ihn eingeschlossen, von Schauspielern nachstellen. 40 Jahre geht das Epos, in dem irgendwann die Darsteller interessante Querverbindungen mit den realen Menschen eingehen. Beispielsweise wenn Cadens lang gehegt Liebe Hazel ein Verhältnis mit dem Akteur beginnt, der Caden verkörpern soll. Als Caden die Regie dadurch zu entgleisen droht, gibt er freiwillig die Kontrolle ab und nimmt ausgelaugt die Rolle einer Putzfrau an – die ihn wiederum als sein Regisseur dirigiert. Charlie Kaufmans Welt ist unkonventionell, sensibel zu seinen Figuren und auf eine sanfte Weise sehr tragisch. Und gerade deshalb so einzigartig.Verena Dauerer







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Wenn alles für einen nicht so läuft, wie man es gerne hätte – warum nicht einfach das eigene Leben als längerfristiges Theaterprojekt inszenieren und alle Menschen mit Schauspielern ersetzen? Ein aberwitziges soziales Experiment von Charlie Kaufman.
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