- Synopsis
Der taubstumme Ryu (Ha-Kyun Shin) versucht für seine todkranke Schwester eine Spenderorgan zu finden, damit sie eine Nierentransplantation erhalten kann. Er lässt sich auf dubiose Organhändler ein, die ihn seines ganzen Geldes und einer Niere berauben. Das Krankenhaus hat nun eine Spenderniere, aber Ryu hat kein Geld mehr. Gemeinsam mit einer Freundin entführt er ein Mädchen, um von deren Vater Lösegeld zu erpressen. Doch die Schwester begeht Selbstmord und das Mädchen stirbt durch einen Unfall. Ryu schwört Rache.
- Der Kommentar zum Film
Sympathy for Mr. Vengeance ist der erste Teil der Rachetrilogie des südkoreanischen Regisseurs Chan-wook Park, Old Boy und Sympathy for Lady Vengeance folgten. Während die Rachegeschichte Old Boy es zu einiger Aufmerksamkeit bei Kritikern und Publikum brachte, hatte es der nicht so zugängliche Sympathy for Mr. Vengeance im Kino eher schwer. Ohne moralisch Stellung zu beziehen erzählt der Film eine Spirale der Rache, die sich immer enger zusammenzieht. Da gibt es einmal den taubstummen Ryu, der eigentlich ein guter Kerl ist und für das Leben seiner geliebten Schwester sogar bereit ist, seine eigene Niere zu spenden. Doch als er von den mafiösen Organhändlern betrogen wird, seine Schwester und das entführte Mädchen beide tot sind, sieht er keinen anderen Sinn mehr in seinem Leben als Rache zu üben.
Die Position des Vaters Park Dong-jin (Kang-ho Song) – der eigentlich ein guter Mensch ist - ist ebenfalls nachvollziehbar. Als seine Tochter tot im Wasser gefunden wird, geht sein ganzer Lebenssinn verloren. Seine Frau hat ihn bereits verlassen, als es in seiner Firma nicht mehr so gut lief. Park Dong-jin bringt langsam und brutal mit Stromschlägen die Freundin Ryus um, die mit diesem gemeinsam das Kind entführte. Sie schwört ihm, dass ihr Tod gerächt werden wird, und sie soll Recht behalten...
Mit Ha-Kyun Shin und Kang-ho Song arbeiten erneut zwei koreanische Schauspieler miteinander, die sich bereits im viel gefeierten Debütfilm des Regisseurs JOINT SECURITY AREA als Grenzsoldaten an der nord- und südkoreanischen Grenze gegenüberstanden. Entwickelte sich in diesem Film eine verbotene vorsichtige Freundschaft zwischen ihnen, sind sie diesmal erbitterte Feinde, die ein letztes Duell im kalten Wasser ausfechten müssen.
Rache und Einsamkeit sind die beiden Hauptthemen des Films, der die Sehgewohnheiten des Publikums auf eine harte Probe stellt. In wunderschön kadrierten Einstellungen entwickelt
Chan -wook Park ganz behutsam seine Geschichte. Diese enthält zwar viele blutige und brutale Einstellungen, die jedoch nie auf Voyeurismus abzielen. Chan-wook Park erzählt einen Rachefeldzug, der visuell wunderschön und gleichzeitig verstörend brutal ist.
- Das Bonusmaterial
Es ist schon spannend, sich zwei Trailer aus unterschiedlichen Ländern zu ein und demselben Film anzusehen. Der deutsche hat Teile des koreanischen Trailers übernommen, hat aber die Freundin Ryus, die mit ihm das Kidnapping plante, fast ganz herausgehalten. Der koreanische Trailer dagegen legt großes Gewicht auf genau diesen Handlungsstrang, baut sogar die wenigen verliebten Momente des Paares (und eine Sexszene) mit ein.
Im knapp halbstündigen Making Of sind unkommentiert und unübersetzt etliche Momente des Drehs zu sehen, etwa das komplette Team in Regenkleidung, als wolkenbruchartige Regenschauer herabkommen. Ha-kyun Shin, der den taubstummen Ryu verkörpert und Du-na Bae, die seine Freundin Cha Yeon-mi spielt, lernen Gebärdensprache mit einem Lehrer. Etwa nach sechs Minuten Making Of – grade dann, wenn man nicht mehr mit Untertiteln oder dergleichen rechnet, wird das erste Interview deutsch eingesprochen. Kang-ho Song hat die Rolle des Park Dong-jin übernommen, dessen Tochter nach der Entführung tot gefunden wird. Für ihn gibt es in SYMPATHY FOR MR. VENGEANCE vor allem ein Thema: „Ich denke alle Menschen sind einsam. Dieser Film drückt die Einsamkeit besonders gut aus. Weil ich die Einsamkeit selber so gut nachvollziehen konnte, hat mich diese Rolle sehr berührt.“
Du-na Bae, die die in einer terroristischen Gruppe aktive Freundin Ryus spielt, sagt über ihre Figur: „Als ich die Rolle bekommen habe, hatte ich den Eindruck, dass der Charakter meiner Rolle zu aggressiv und extrem war. Deshalb dachte ich bei den Dreharbeiten, dass ich es nicht schaffen würde, der Rolle gerecht zu werden.“ Doch der Film selbst und auch die Momente von den Dreharbeiten zeigen anderes. In einer Szene muss sie auf Ryu eintreten. Sie ist sauer auf ihn, weil er sich von den Organhändlern seines Geldes und seiner Niere hat berauben lassen. Das macht sie sehr gut. Immer wieder tritt sie mit ihren Füssen auf ihr hilfloses Opfer ein. In der letzten Szene des Making Of und auch des Films geht es um das Duell zwischen Ryu und Park Dong-jin, dem Vater. Im kalten Wasser – dort wo seine Tochter tot gefunden wurde – will er sie rächen. Das Wasser muss bei den Dreharbeiten sehr kalt gewesen sein, das ganze Team trägt dicke Jacken. Die Schauspieler frieren, Hakyun Shin klappert mit den Zähnen, das wirkt sehr realistisch...
Chan-wook Park hat Geburtstag. Sein Team hat ihm mehrere Kuchen gebacken, mit Kerzen drauf, die er ausblasen darf. Es herrscht eine ausgelassene Stimmung. Im Interview sagt der Regisseur überraschenderweise, dass er versucht hätte „möglichst viel Humor in den Film zu bringen.“ Er fügt hinzu: „Ich hoffe, dass einige Zuschauer meinen Humor verstehen können.“ Seltsam ist das schon, bei einem Film, der von Rache und Einsamkeit handelt, nur ein kurzes Statement zum Thema Humor abzugeben. Zufrieden äußert sich Chan-wook Park: „Bei vielen Regisseuren ist es so, dass nur 50% ihrer Ideen umgesetzt werden. Bei mir ist das anders (...) Der Film ist so geworden, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.“
Eine umfassende Trailershow mit dreizehn weiteren Titeln (Dummy, Cassherrn, Ghost, Gozu, H, No Blood No Tears, Save The Green Planet, Scarelt Letter, Six Ways To Sunday, Though Luck, To Catch A Virgin Ghost, Unborn But Forotten, Undead) hat viele weitere asiatische Filme zu bieten, die hierzulande nicht im Kino liefen. Spannend zum Stöbern also. Insgesamt sind die Bonus Tracks zu Sympathy for Mr. Vengeance zwar nicht gerade üppig ausgefallen, aber die Mindestanforderungen erfüllen sie.
Nana A.T. Rebhan
- Sympathy for Mr. Vengeance
Regie: Chan-wook Park
Mit Hakyun Shinm Du-na Bae, Ji-Eun Lim, Bo-bae Han
- Bild
Widescreen (2.35:1 - anamorph)
System:
- Ton/ Sprachen
Dolby Digital 5.1 in Deutsch
Dolby Digital 5.1 in Koreanisch
Untertitel:
Deutsch
- Technische Angaben
Medienanzahl: 2
Verpackung: Amaray
DVD Art: Kauf-DVD
Besonderheiten: Ungeschnitten
- Bonusmaterial
- Die Sprache der Zeichen
- Am Set
- Special Make Up
- Über das Equipment
- Storyboard Animees
- Die Toneffekte und der Mix
- Die Komposition
- Das Thema und die Hintergründe zum Film
- Behind the Scenes
- Cameos






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