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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 23. November 2006 - 28/11/06

Sympathy For Lady Vengeance

Ein Film von Park Chan-wook


Eine Lady auf
dem Rachefeldzug

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Korea 2005, 112 Min.
Mit Lee Young-ae, Choi Min-sik, Kwon Yea-young, Kim Si-hu, Nam Il-woo
Venedig 2005 - Offizieller Wettbewerb

Synopsis: Nach 13 Jahren Strafe wird Geum-ja aus dem Gefängnis entlassen. Mit 19 hat das schöne Mädchen einen kleinen Jungen gekidnappt und umgebracht. Jetzt, nachdem sie endlich wieder frei ist, sucht sie ihren damaligen Lehrer. Sie will Rache üben. Aber warum an ihm? Was hat er mit dem Verbrechen zu tun?




Im Gespräch mit Regisseur Park Chan-Wook
Im Gespräch mit Schauspielerin Lee Young-ae



Kritik: Sympathy For Lady Vengeance ist der dritte und letzte Teil der Rachetrilogie des koreanischen Filmemachers Park Chan-wook. Sympathy For Mr. Vengeance – der erste Teil - entstand aus dem Bedürfnis des Filmemachers, sich mit dem Klassenkonflikt im eigenen Land auseinanderzusetzen. In Old Boy, dem Film danach, ist der Hauptdarsteller so mit Gier nach Rache und Hass voll gesogen, dass sich diese Gefühle in explodierender Gewalt entladen. Diese starken Gefühle gingen Park Chan-wook schließlich zu nahe: „Rückblickend auf meine früheren Filme – nachdem ich zwei Filme über Rache nacheinander gedreht hatte – entdeckte ich mein eigentliches Ich. Als ich es näher betrachtete, realisierte ich, dass die gewaltige Menge an Zorn, Hass und Gewalt zu einer Art Gift geworden war, das meine Seele vertrocknen ließ. Ich kam also zu der Schlussfolgerung, dass ich mehr würdevollen Zorn, klassischen Hass und anmutige Gewalt verwenden müsste. Ich wollte zeigen, dass die Rache am Ende des Films zu einem Akt der Erlösung werden kann ...“

Dieses Anliegen löst Park Chan-wook ein. Mit vielen Rückblenden erzählt er die Geschichte eines Mädchens, das 13 Jahre lang ins Gefängnis geht, und die Schuld eines anderen auf sich nimmt. Immer wieder geht es in den Rückblenden darum, dass die eigentlich Unschuldige dort nicht anders kann, als ebenfalls schuldig zu werden. So bringt sie etwa eine Mitgefangene um, indem sie ihr Gift ins Essen mischt, während sie einer anderen eine ihre Niere spendet, was ihr den Ruf einbringt, ein „herzensguter Mensch“ zu sein. Eine Seltenheit in einem Gefängnis.

Schon der Vorspann des Films lässt eine Ahnung aufkommen, dass Park Chan-wook diesmal einen ganz anderen Ton anschlägt. Er ist ganz in weiß gehalten, und rote Bluttropfen säumen ihn. Geum-Ja wirkt bei ihrer Verhaftung so unschuldig und schön, dass alle Menschen von ihr fasziniert sind. Eine solche Mörderin hat es noch nie gegeben. Ein Regisseur interessiert sich gleich für die Filmrechte an der „Geschichte,“ das Kleid mit „Polkamuster“, das sie bei ihrer Verhaftung trägt, wird regelrecht zur Mode.

Es gibt einen Satz in Sympathy For Lady Vengeance, der bereits in Sympathy For Mr. Vengeance auftaucht: „Es gibt gute und schlechte Kidnappings. Ein Kidnapping ist dann gut, wenn du das Kind sicher zu seinen Eltern zurückbringst, wenn alles vorbei ist.“ Das schicksalshafte an diesem Satz ist, dass in beiden Fälle das Kidnapping tödlich verläuft. Das Ende des Films wirft die berechtigte Frage nach Selbstjustiz auf, hier bei den Eltern ermordeter Kinder. Park Chan-wook hätte Gelegenheit genug gehabt, eine Gewaltorgie zu inszenieren, wie wir sie aus seinem letzten Film OLD BOY gewohnt sind. Aber er verzichtet (größtenteils), zu Gunsten der Eleganz der Lady Vengeance. Ein kluger Verzicht, der diesen Film zu etwas Besonderem macht.

Nana A.T. Rebhan

Erstellt: 21-11-06
Letzte Änderung: 28-11-06