Mit 21 hatte Sylvio beschlossen, er muss raus aus der DDR. Schon vorher war klar: aus ihm wird keine "sozialistische Persönlichkeit". Er war ein Punk - nonkonform und deshalb explizit im Visier der Stasi. Sylvio Krüger: "Es war klar, wenn ich nicht zur Armee gehe, die Armee verweigere, kann ich kein Studium machen. Dieser Weg war sowieso schon ausgeschlossen und die Grenze, die Dinge mit Spaß zu machen und Spaß zu haben, war erreicht. Die Repressalien waren schon enorm und irgendwann war es Zeit den Horizont zu erweitern."
Nur auf arte.tv: Das ausführliche Interview mit Sylvio Krüger
Punks galten als Staatsfeinde, nicht nur einmal war Sylvio von der Stasi verprügelt worden. 89 ging er über Ungarn nach Westberlin. Bis zum 9. November - da ging er wieder gegen den Strom: "Das Telefon klingelte, und mein Freund aus dem Osten ist dran: und der fängt an mir zu erzählen, ich bin hier, ich bin hier. - Was heißt denn, ich bin hier? - Na, kommste vorbei. Der war völlig aufgeregt und dann erzählte der mir was von Bornholmer Straße und ich habe mir dann die Fernsehbilder mal genauer angeguckt und geschnallt, was er meint und dann habe ich gesagt, okay, klar. Ich komm mal gucken. Und dann bin ich dann in diesen dunklen abgeschalteten Osten gelaufen, und nach Hause gelaufen - sozusagen."
In den Prenzlauer Berg. Heute ist das Haus schick saniert - damals war es zum Abriss freigegeben: von Sylvio und seinen Freunden besetzt - wie so viele andere kaputte Häuser auch nach dem Mauerfall in Ostberlin. Die ersten Clubs entstanden hier - illegal - das „neue Berlin" war geboren. Sylvio machte seine erste Kneipe auf - viele folgten. Berlin heute gefällt am besten: "Jetzt ist es einfach langsam eine offene Stadt, eine Hauptstadt, eine Weltstadt, und einfach bunt und vor allen Dingen wirklich richtig international, dass macht totalen Spaß." Wie der Flohmarkt im Mauerpark und die zweite sonntägliche Attraktion: die Open Air Karaoke.
In Berlin fiel die Mauer, und damit war der Raum da für grenzenlose Ideen.







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