Elviz hat einen riesigen Schuldenberg bei seinem Onkel Cengiz. Dem ist es auch eigentlich lieber, wenn Elviz auf diesem Berg sitzen bleibt, denn er hat bereits die Hand auf das Häuschen mit Grundstück von Elviz' Mutter an der türkischen Riviera gelegt. Doch Not macht erfinderisch - und so kommt Elviz bald auf die geniale Geschäftsidee, "Süperseks", eine türkischsprachige Telefonsex-Hotline zu gründen.
Sein Kumpel Olaf stellt den Kontakt zu Porno-Schneyder her, einem alten Hasen im Telefonsex-Geschäft, der den beiden ein paar Leitungen überlässt. Die Büroräume bekommt Elviz von seinem unwissenden Bruder Tarik in dessen Brotfabrik. Ein gutes Dutzend selbstbewusster türkischer Frauen mit und ohne Kopftuch wird engagiert, die fröhlich bei gutem Verdienst den männlichen Teil der türkischen Gemeinde am Telefon bedient. Und so rollt der Rubel beziehungsweise der Euro in Hamburg-Altona.
Zwischenzeitlich hat sich Elviz in Anna verliebt. Anna ist die Tochter eines türkischen Arztes und einer Deutschen, die lieber Bauchtanz unterrichten will, statt die Praxis des Vaters zu übernehmen. Als sie, um den Vater weiter zu provozieren, die unterwürfige kopftuchtragende türkische Braut von Elviz spielt, wirft er sie aus dem Haus. Einen neuen Job findet sie bei Süperseks. Damit beginnen jedoch die Schwierigkeiten mit Elviz, der das fremdorientierte Stöhnen seiner Angebeteten nicht ertragen kann. Ein Wort gibt das andere, die Mitarbeiter protestieren, die Computeranlage spielt verrückt - und dann taucht auch noch die in größter Angst um ihr Häuschen emotional aufgeladene Mutter Gülbahar aus der Türkei auf, um Onkel Cengiz zu zeigen, wo der Halbmond steht.
Aber Onkel Cengiz hat bereits mit ein paar miesen Tricks die Telefonhotline auffliegen lassen, was sogar Tariks Brotfabrik in den Abgrund reißt. Deprimiert will Elviz nach Istanbul fliehen, aber da ist Kumpel Olaf wieder zur Stelle, denn der hat einige von Annas pikanten Telefonaten auf Band mitgeschnitten. Und diese enthalten ein brisantes Geheimnis....Mit viel Witz rückt der Film Vorurteilen und Doppelmoral zu Leibe. "Süperseks" ist eine türkisch-deutsche Komödie über eine Telefonsex-Hotline, eine wunderbare Liebesgeschichte und eine Liebeserklärung an Hamburg.
"Süperseks" ist in jeder Hinsicht ein Erstlingsfilm. Es ist der erste Spielfilm des jungen Regisseurs Torsten Wacker, der für seine etwa 80 Werbespots und sechs Imagefilme im In- und Ausland mehr als 20 Auszeichnungen bekommen hat. Und es ist das erste abendfüllende Drehbuch der Autoren Kerim Pamuk und Daniel Schwarz sowie die erste Produktion der jungen Hamburger Produktionsfirma magnolia Film.
Denis Moschitto spielte den Lehrling Inas in Rolf Schübels "Gloomy Sunday - Ein Lied von Liebe und Tod" (1999), außerdem spielte er in Marco Petrys Film "Schule" (2000), sowie in dessen Film "Die Klasse von 99 - Schule war gestern - Leben ist jetzt" (2003). 2001 spielte er in Benjamin Quabecks "Nichts bereuen" und 2003 bei eben demselben Regisseur in dem Film "Verschwende deine Jugend". Zuletzt war er als Ibo in Sinan Akkus und Anno Sauls Film "Kebab Connection" (2005) zu sehen. 2003 gewann Denis Moschitto den Günter-Strack-Fernsehpreis als bester Jungdarsteller für die Tatort-Folge "Romeo und Julia".
Marie Zielcke spielte 1998 in Doris Dörries "Bin ich schön". 1999 spielte sie die Paulina in Frank Streckers "Der Schrei des Schmetterlings" (auf ARTE am 18.05.2001). In Mika Kaurismäkis "Sehnsucht nach Jack" (2000) spielte sie die Elisabeth Dirberg, in Uli M. Schüppels "Planet Alex" (2001) die Anna und in Christian Züberts "Lammbock" (2001, auf ARTE am 19.03.2004) die Laura. Sie agierte sowohl in Oskar Roehlers Film "Die Unberührbare" (2000), als auch in dessen Film "Agnes und seine Brüder" (2004). 1998 gewann sie den Max-Ophüls-Preis als beste Nachwuchsdarstellerin für "Sylvester Countdown" (1997) von Oskar Roehler.Süperseks
Deutschland 2004, ARTE/ZDF, Stereo, Erstausstrahlung, 16:9 / 90 Min.
Regie: Torsten Wacker, Drehbuch: Kerim Pamuk, Daniel Schwarz, Kamera: André Lex, Musik: Florian Tessloff, Kostueme: Petra Kilian, Anke Wahnbaeck, Redaktion: Caroline von Senden, Esther Winkler, Schnitt: Anja Pohl; Ausstattung: Wolf Seesselberg, Anke Vorwick, Produktion: Magnolia Filmproduktion
Mit: Denis Moschitto (Elviz), Marie Zielcke (Anna), Hilmi Sözer (Tarik), Meral Perin (Dilek), Martin Glade (Olaf), Meray Ülgen (Onkel Cengiz), Jenny Ostermann (Canan), Tayfun Bademsoy (Dr. Tuncay), Peter Lohmeyer (Porno-Schneyder)






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