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28.10.2004 - 23.15 : tracks - 27/10/04

Subversion ist eine Kunst

Hakim Bey: "Viele meiner Freunde halten Fahrenheit 9-11 für einen sehr wichtigen Film und bewundern Michael Moore; er sei die Stimme der Linken. Ich bin da nicht so sicher. Mir kommt es so vor, als gäbe es einen Markt für Links-Liberale, die ihre Fernsehauftritte brauchen und die ihre Produkte an den Mann bringen wollen, ihre Filme, ihre Musik, die sich mit ihren Öko-Autos und Öko-Handys brüsten. All das saugt Energie anstatt Energie zu generieren, und das stört mich bei diesen Leuten. Sie geben den Menschen das Gefühl, dass sie mit sich zufrieden sein können, anstatt sie gegen die Realität zu mobilisieren."

Seit TAZ sehen die traditionellen Militanten und Massendemos ziemlich alt aus. Auch wenn am 31. August Hunderttausende in den Straßen von New York waren, Hakim Bey macht das nicht heiß.

Hakim Bey: "Ich würde es viel interessanter finden, wenn es keine Demonstrationen gegen die Tagungen der großen Parteien gäbe. Es wäre viel besser, wenn überhaupt niemand käme. Das würde den Politikern klar machen, dass sie so langweilig, bescheuert und unwichtig sind, dass es sich nicht mal lohnt gegen sie zu protestieren. Es ist eine Verschwendung von Energie, wenn so viele Menschen so viel Zeit investieren, sich dermaßen engagieren und sich teilweise sogar körperlich in Gefahr bringen. Die Wut droht dabei zu erlöschen. Ich glaube es wäre viel besser, wenn alle zu Hause blieben und immer wütender würden, bis sie eines Tages wirklich etwas unternehmen."

Seit 18 Jahren wütet Paul Watson auf dem Ozean. Er schippert über die Weltmeere und hält Ausschau nach Walfängern. Den Bug seines Schiffes hat er mit 18 Tonnen Beton und Stahlspitzen verstärkt, mit denen er die Boote seiner Feinde rammt. Bis heute mussten bereits über 10 Schiffe dran glauben. Paul Watson gehört zu den Gründern von Greenpeace, die er 1977 aber wieder verließ, weil ihre Methoden ihm einfach zu lasch waren. Heute cruist der König der Öko-Piraten an Bord seines Schnellbootes, unter schwarzer Flagge versteht sich, die auch gleichzeitig das Emblem seiner Organisation „Sea Shepherd“ ist. Und wehe es kommt ihm ein Wilderer in die Quere.

Paul Watson: "Ja, man bezeichnet uns als Piraten, und ich habe kein Problem damit. Im 16. und 17. Jahrhundert, als die Piraten in der Karibik wüteten, war auf die Briten oder die Spanier kein Verlass, um sie zu bekämpfen. Die waren zu sehr damit beschäftigt, sich mit Drogen voll zu pumpen, und viel zu korrupt. Es war Henry Morgan, selbst ein Pirat, der die Räuberflotte angriff. Nur ein Pirat kann Piraten bekämpfen. Vom Staat ist keine Hilfe zu erwarten. Wenn Geld mit im Spiel ist, verlieren Regierungen ihre guten Vorsätze. Ich sehe mich als einen guten Piraten im Kampf gegen die bösen Piraten."

Auch die unzähligen Verhaftungen und Knastaufenthalte konnten Käptn Watson bisher nicht bremsen.
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DVD
"L'Amérique de Michael Moore"- DVD France Télévisions Distribution.


Links
>> Sea Shepherd - http://www.seashepherd.org/
>> The Politics of Extinction - By Captain Paul Watson - http://www.eco-action.org/dt/beerswil.html
>> Captain Paul Watson. The good pirate - http://users.bigpond.net.au/

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TRACKS
Donnerstag, den 28. Oktober 2004 um 23.15 Uhr
Wiederhol. am Samstag, den 30. Oktober um 17.45 Uhr
Redaktion: ARTE France, Program33
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Erstellt: 27-10-04
Letzte Änderung: 27-10-04


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