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Stummfilm

Filmstudie eines verblendeten, korrupten Arbeiterfunktionärs, gedreht von Meisterregisseur Jaques Feyder.

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Stummfilm - 21/11/11

"Die zwei Leben des Mathias Pascal" von Marcel L'Herbier (Frankreich 1926)

Montag, 28. November 2011 um 23.50 Uhr


Mathias Pascal, Sohn einer ehemals wohlhabenden Familie, ist verarmt und muss sich als Bibliothekar verdingen. Er verliebt sich in die schöne Romilde und gewinnt ihre Hand. Aber seine Schwiegermutter terrorisiert ihn und vergiftet seine Ehe. Seine einzige Freude gilt seiner kleinen Tochter, die er über alles liebt.
Nach einem schweren Schicksalsschlag flieht er nach Monte Carlo, wo er im Casino ein Vermögen gewinnt. Bei seiner Rückkehr in die Heimat wird er von einer ungeheuren Nachricht überrascht: Man hält ihn für tot ...

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Die zwei Leben des Mathias Pascal
(Frankreich 1926, 171mn, OT: "Feu Mathias Pascal" )
ARTE France

Regie: Marcel L'Herbier
Kamera: Fjodor Burgasov alias Fédote Bourgassoff, Jean Letort, Nicolas Roudakoff, Paul Guichard
Musik: Timothy Brock
(Neufassung 2009)
Originalmusik von 1926: J. E. Szyfer
Darsteller: Irma Perrot (Sylvia Caporale), Ivan Mozzhukhin (Mathias Pascal), Lois Moran (Adrienne Paleari), Marcelle Pradot (Romilde Pascal), Marthe Mellot (Mme Pascal), Michel Simon (Jérôme Pomino)
Autor: Luigi Pirandello, Marcel L'Herbier
Produktion: Cinégraphic, Films Albatros
Mathias Pascal ist Sohn einer ehemals reichen Familie. Mittlerweile verarmt, lebt er mit seiner verwitweten Mutter in Milango, einer italienischen Kleinstadt. Er verliebt sich in die schöne Romilde und gewinnt ihre Hand, aber seine Schwiegermutter drangsaliert ihn und im Verlauf der Ehe scheint auch Romilde ihrer Mutter immer ähnlicher zu werden. Die einzige Freude im Leben des freiheitsliebenden Mathias ist seine kleine Tochter.

Eines Tages sucht eine Bekannte Romildes Anwesen auf, um Mathias zu informieren, dass seine geliebte Mutter schwer krank sei und ihre Enkelin gerne sehen würde. Mathias bekommt davon erst Wind, als es zu spät ist. Sowohl seine Mutter als auch die kleine Tochter sterben an einer schlimmen Krankheit. Nach diesem Schicksalsschlag flieht Mathias nach Monte Carlo, wo er Glück im Unglück hat: Er gewinnt viel Geld beim Roulette. Mit seinem neuen Reichtum macht er sich auf den Weg zurück in die Heimat. Doch auf der Zugfahrt liest er in einer Zeitung eine unglaubliche Nachricht: Man hält Mathias Pascal für tot. Aus Geldnot und Kummer soll er sich angeblich ertränkt haben.

Zunächst ist Mathias schockiert, doch dann beschließt er, sich eine neue Identität zuzulegen, um die Sorgen seines alten Lebens hinter sich zu lassen. Er fährt nach Rom und mietet ein Zimmer bei der schönen Adrienne und ihrem Vater, der einen ausgeprägten Hang zum Okkultismus hat. Mathias gibt sich als Monsieur Adrien aus und verliebt sich in die Tochter des schrulligen Vermieters - doch die ist unglücklich verlobt.

Nach und nach macht er Bekanntschaft mit dem dubiosen Freundeskreis ihres Vaters und wird in dessen mysteriöse Séancen integriert. Die anfängliche Euphorie, die Mathias aufgrund der neugewonnenen Freiheit verspürte, klingt allmählich ab; Mathias beginnt, sich nach seiner alten Identität zu sehnen. Zudem findet er heraus, dass es eine Verbindung zwischen dem okkulten Freundeskreis des Vaters und dem abscheulichen Verlobten seiner geliebten Adrienne gibt ...


Marcel L'Herbier ist einer der großen, mythischen französischen Regisseure der Stummfilmzeit. Ausgerechnet er, der Jura und Literatur studiert und den Film immer abgelehnt hat, wird im Ersten Weltkrieg in der Kinokompanie eingesetzt. Nachdem er "Forfaiture" (1915) von Cecil B. DeMille gesehen hat, ist seine Begeisterung für das Kino geboren. Noch im letzten Kriegsjahr dreht er seinen ersten Film unter Aufsicht des Propagandaministeriums. In einem theoretischen Aufsatz bezeichnet er das Kino als "Sprache", die zu den Massen spreche und von daher keine Kunst sei. Seine Stummfilme sind volksnahe Geschichten für die Leinwand in avantgardistischem Gewand: Ein MacOrlan schrieb schon mal das Drehbuch und Mallet-Stevens oder Léger lieferten die Entwürfe für die Bauten. Der 1921 entstandene Film "El Dorado", der bereits zweimal auf ARTE zu sehen war, gilt als sein Meisterwerk.

Mit dem Tonfilm nimmt L'Herbiers Interesse für die Moderne der 20er Jahre und ihre ästhetischen Kodizes ab. "Entente cordiale", am Vorabend des Zweiten Weltkriegs entstanden, ist ein patriotischer Aufruf zur Mobilisierung. Unter der deutschen Besatzung wendet sich L'Herbier einem poetischen, der Realität den Rücken kehrenden Kino zu (La Nuit Fantastique, 1942). 1943 gründet er die Filmhochschule IDHEC und wird ihr erster Leiter. Nach dem Krieg engagiert sich L'Herbier für die französische Filmindustrie und nach 1952 arbeitet er beim Fernsehen. Marcel L'Herbier, Träger des Ordens der Légion d'Honneur, stirbt am 26. November 1979 im Alter von 91 Jahren.




Die zwei Leben des Mathias Pascal
Montag 28. November 2011 um 23.50 Uhr
Keine Wiederholungen
(Frankreich, 1926, 171mn)
ARTE F

Erstellt: 21-11-11
Letzte Änderung: 21-11-11