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Zitaten - Ballade

„Europa – was ist das eigentlich?“, so fragen sich viele Europäer seit den Anfängen des Aufbaus eines gemeinsamen Europas. Die Definitionen von Historikern, (...)

Zitaten - Ballade

05/11/08

Stefan Zweig (Österreich)

Abschied von der Welt von gestern


Der österreichische Schriftsteller Stefan Zweig (Wien 1881 – Petrópolis bei Rio de Janeiro 1942) ist vor allem für seine pazifistisch-humanistischen Gesinnung bekannt. Sein Leben war geprägt durch den Zerfall des Habsburgerreiches, den Nationalsozialismus und die Zerstörung seiner Bücher in Deutschland. 1942 glaubte er, alles – auch sein deutschsprachiges Publikum - verloren zu haben und nahm sich in Brasilien das Leben.


“Nie habe ich unsere alte Erde mehr geliebt als in diesen letzten Jahren vor dem Ersten Weltkrieg, nie mehr auf Europas Einigung gehofft, nie mehr an seine Zukunft geglaubt als in dieser Zeit, da wir meinten, eine neue Morgenröte zu erblicken. Aber es war in Wahrheit schon der Feuerschein des nahenden Weltbrands. […] Da, am 28. Juni 1914, fiel jener Schuß in Sarajewo, der die Welt der Sicherheit und der schöpferischen Vernunft, in der wir erzogen, erwachsen und beheimatet waren, in einer einzigen Sekunde wie ein hohles tönernes Gefäß in tausend Stücke schlug.„


Stefan Zweig
Glanz und Schatten über Europa
Die Welt von gestern, Erinnerungen eines Europäers
Bermann-Fischer Verlag AB, 1944, Stockholm
ISBN 35 96 211 522

Erstellt: 22-04-04
Letzte Änderung: 05-11-08