Synopsis: Der erste und einzige Dokumentarfilm im offiziellen Berlinale-Wettbewerb untersucht die Folterungen und Erniedrigungen irakischer Gefangener durch amerikanische Soldaten im Abu-Ghraib-Gefängnis in Bagdad. Die von den Soldaten selbst aufgenommenen Fotos gingen um die ganze Welt und stehen – zusammen mit Guantanamo – für den kriminellen und inhumanen Umgang des amerikanischen Militärs mit seinen Gefangenen. Errol Morris, der 2003 für seinen Dokumentarfilm über Robert McNamara („The Fog Of War“) einen Oscar erhielt, geht in seinem aufwändig produzierten neuen Film nicht nur der Frage nach, was in Abu-Ghraib wirklich passierte, sondern auch, wie es dazu kam.![]() | |
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Dabei sind die Aussagen der Beteiligten durchaus spannend und interessant genug, um sie für sich selbst stehen zu lassen. Wenn z. B. einer der die Vorgänge untersuchenden Beamten beiläufig sagt, es sei einfach dumm gewesen, solche Fotos zu machen, und für diese Dummheit müssten die Soldaten jetzt eben ins Gefängnis, dann ist das erhellender als jede schicke Digital-Montage aus Gefängnis-Bildern, die man fast alle schon oft gesehen hat. Oder wenn ganz sachlich der Unterschied erklärt wird zwischen dem, was noch eine legale Verhörmethode ist (standing operating procedure) und dem Punkt, an dem das Verbrechen anfängt (criminal act): Nackt ausziehen, festbinden, Kapuze über den Kopf – alles noch legal, weil es nur Angst machen soll; schlagen oder zu sexuellen Handlungen zwingen ist dann aber ein krimineller Akt. Gut für diesen Polizisten, dass er immer genau zu wissen glaubt, wo diese Grenze verläuft. Aber auch das wird gleich in Großaufnahme mit einem mächtigen Stempel auf die Akte und großer Sound-Kulisse illustriert, was einen unseriösen Eindruck hinterlässt. Mit zu viel dramatischer Ästhetisierung der Bilder, mit Tricks und Renactement, verrät der Film seinen aufklärerischen Anspruch an seine prätentiöse Form. Der moderne Krieg bestialisiert die Menschen, das wusste man schon vor dem Film, und die Folterung von Kriegsgefangenen ist kein Thema für filmische Spielereien.
Thomas Neuhauser







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Aufwändiger Dokumentarfilm über die Vorgänge im Abu-Ghraib-Gefängnis, mit fragwürdiger Ästhetisierung. 
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