Wenige Wochen später überrollten Truppen unter dem Kommando von Ratko Mladic die Enklave und ermordeten 8000 bosnische Männer und Jungen. Die niederländischen Blauhelme leisteten nicht nur keinen Widerstand. Aus Angst vor den Serben unterstützten sie, so die Kläger, den Genozid, indem sie Männer von Frauen trennten und selbst Verwundete an die Serben übergaben, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt wissen mussten, was Mladic mit den Gefangenen vor hatte. Tatächlich aber hatten die Blauhelme kein Kampfmandat und waren in der Unterzahl.
Bisher wurde die Klage abgewiesen, weil die Vereinten Nationen nicht verklagte werden könnten, sie habe Immunität. Auch die Berunfung wurde mit derselben Begründung abgewiesen. Aber eine zentrale Frage bleibt: Wem sind eigentlich die Vereinten Nationen Rechenschaft schuldig, wenn sie ihre ureigenste Aufgabe, den Schutz der Menschenrechte, nicht erfüllen und einen Völkermord wie in Srebrenica zu lassen?
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