Wir haben Ulrich Seidl vor seiner Abreise nach Cannes in München getroffen. Paradies: Liebe ist im Offiziellen Wettbewerb zu sehen. Es ist der zweite Film des österreichischen Regisseurs in Cannes nach Import Export im Jahr 2007.
Bei Square führt er uns an Orte, die ihn inspirieren. Zum Beispiel Keller, diese dunklen, geheimnisvollen Räume, die Geheimnisse bergen und Angst machen können, vor allem in Österreich, seit der Geiselnahme von Natascha Kampusch im Jahr 1998. "Diese Orte werden in erster Linie von Männern genutzt", sagt Ulrich Seidl. "Um Sport zu treiben, um zu arbeiten, zu trinken... ich arbeite gerade an einem Stück, das ihnen gewidmet sein wird."
Der Filmemacher nimmt uns aber auch in eine Kirche mit. Auch Kirchen inspirieren ihn, schließlich wollten die Eltern, dass er Priester wird. Sie sind für ihn Orte voller Emotionen und kulturellem Geist. "Jemand, der betet, gibt sich mehr Blöße, als jemand, der schläft oder Sex hat. Dies sind Momente, die ich gerne filme, Gebet, Sex, Tod. Es sind intime Momente, in denen der Mensch ganz sich selbst ist."
Seidl spricht auch über seinen großen Publikumserfolg Hundstage. Mit seinem ersten Spielfilm gewann er 2001 den Großen Preis der Jury bei den Filmfestspielen von Venedig, verliehen von Nanni Moretti.
Schließlich nimmt Ulrich Seidl uns mit in die Münchner Kammerspiele. Dort bereitet er seine zweite Theater-Produktion vor, mit Auszügen aus David Foster-Wallaces Erzählband Kurze Interviews mit fiesen Männern.
Das Stück soll im Juni 2012 uraufgeführt werden.






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