Unser Termin ist um 14 Uhr, Mike Leigh ist pünktlich... und will so schnell wie möglich wieder gehen. Er mag Interviews nicht besonders, also müssen wir schnell zur Sache kommen. Wo sollen wir anfangen? Mit Bildern aus seinem Büro, wo die vielen Auszeichnungen stehen? Eine Palme, ein Löwe, ein Leopard... alle in Gold.
Dann beginnt er zu erzählen – spannend und amüsant – über sein Viertel und über London. Dabei wird schnell klar, warum er seine Filme so gerne in London dreht, dieser "lebendigen und faszinierenden Stadt." Dann erzählt er von seiner Freude, mit den Schauspielern zu arbeiten und Filme zu drehen: "Ich will Filme machen, die die positiven Reaktionen auf das Leben zeigen." Ein Filmemacher also, der das Glück zeigt? Solche Bezeichnungen mag er gar nicht... Reden wir über etwas anderes.
Mike Leigh ist ein engagierter Mensch. Bei allem, was er tut... An der Berlinale, die diese Woche beginnt, mag er zwar auch die offene, freundliche Atmosphäre, aber er wird sich vor allem auf die Qualität der gezeigten Filme konzentrieren. Mehr will er dazu nicht sagen...
Auch politisch ist der "sozial-liberale" Regisseur engagiert. Premierminister David Cameron, so meint er, würde niemand wirklich ernst nehmen, wenn er sagt, in Zukunft könnten nur noch britische Blockbuster auf finanzielle Unterstützung hoffen. Mike Leigh auf jeden Fall ist sehr kritisch und meint "soziale Not sei überall".
Engagement zeigt Mike Leigh auch bei seinen neuen Filmprojekten. Seit fast zwei Jahren arbeitet er an einem Film über den Maler William Turner. Dabei genießt er es "in seine Malerei, seine Landschaften und seine Farben einzutauchen".
Mike Leigh zeigt das Leben, indem er das Leben der anderen erzählt und seine Zuschauer dabei aufrüttelt und unterhält. Dazu kann ich nur eines sagen: Ein glücklicher Mann.






per E-Mail verschicken

RSS
Facebook
Twitter

