Dort legte er das Abitur ab, entdeckte seine Liebe zum Kino und sammelte erste Erfahrungen bei renommierten französischen Regisseuren wie Louis Malle, Alain Resnais und Jean-Pierre Melville. Diese Anfangsjahre waren prägend für seine Entwicklung als Regisseur. 1979 wurde „Die Blechtrommel“, gemeinsam mit „Apocalypse Now“, in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet und erhielt den Oscar als Bester fremdsprachiger Film – das allein hätte ausgereicht, um Schlöndorff in die Annalen der Filmgeschichte eingehen zu lassen.
Doch der Regisseur hatte noch viel vor: In den letzten 30 Jahren drehte er 22 Filme, zuletzt „Das Meer am Morgen“, der bei der nächsten Berlinale gezeigt wird. Er handelt von der deutschen Besatzung Frankreichs, von Feigheit und Mut und von der tragischen Geschichte um die Ermordung des 17-jährigen Guy Môquet. Es geht also erneut um Frankreich und einen schmerzvollen Teil der Geschichte, dem wir uns immer wieder stellen müssen, um gemeinsam die Zukunft gestalten zu können.
Schlöndorff steht für Kinoleidenschaft, für das Talent, mithilfe des Films Geschichte lebendig werden zu lassen, und für ein wie selbstverständliches Engagement für Europa. Denn Volker Schlöndorff ist überzeugt von der Notwendigkeit des europäischen Aufbaus, an dem seit 60 Jahren gearbeitet wird. Ebenso überzeugt ist er davon, dass der Integrationsprozess gerade in Krisenzeiten vorangetrieben werden muss und der deutsch-französische Motor dabei eine wichtige Rolle zu spielen hat. Schlöndorffs Standpunkt ist der eines Liberalen: im besten Sinn des Wortes tritt er entschieden für die Demokratie ein.
In 43 Filmminuten versteht es Volker Schlöndorff, seine Leidenschaft und seine Überzeugungen mal humorvoll, mal ernst mitzuteilen.
Lionel JULLIEN
Redaktionsleiter SQUARE
square@arte.tv







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