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KurzSchluss

"KurzSchluss - Das Magazin" zeigt die neuesten Kurzfilme aus aller Welt - und wirft einen Blick hinter die Kulissen: mit Porträts, Drehberichten, aktuellen Festival- und Filmtipps und vielen spannenden Interviews.

> Sendung vom Dienstag 10. Dezember 2002 > Souriez, vous êtes filmés

10/12/02

Souriez, vous êtes filmés

Das System der Videoüberwachung zieht immer weitere Kreise und ist mittlerweile in den unterschiedlichsten Lebensbereichen anzutreffen: in Unternehmen und Einkaufszentren, auf Straßen und Plätzen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, städtischen Einrichtungen und Gemeinschaftstrakten von Wohnhäusern.
Diese Überwachungssysteme breiten sich nicht nur geografisch aus, sondern auch ihre technischen Möglichkeiten werden immer ausgefeilter. So gibt es heute Programme zur Erkennung von auffälligem Verhalten und zur Personenidentifizierung; außerdem macht die zunehmende Miniaturisierung die Kameras fast unsichtbar.

Die Freiheit des Individuums und die Achtung der Privatsphäre werden Staatsräson und Sicherheitsvorkehrungen untergeordnet und zu Waren degradiert, die gekauft und zur Schau gestellt werden können (siehe „Big Brother“). Gleichzeitig ist eine Verharmlosung von Denunziation und Ausgrenzung zu beobachten: Allmählich werden Kontrolle und Kontrolliertwerden als natürlich empfunden. Die freiheitsbeschneidenden und totalitären Praktiken der omnipräsenten Überwacher lassen die Herrschaft der Sozialkontrolle zu etwas Alltäglichem werden.

Wir sind mehr und mehr überzeugt davon, dass in einer von ihren Ungleichheiten zunehmend geprägten Gesellschaft soziale Gerechtigkeit und individuelle Freiheit nicht voneinander getrennt werden dürfen.

„Wir haben uns nichts vorzuwerfen; man muss alles zeigen“: Wir wenden uns gegen ein solches kulturelles Modell, das die freudige Unterwerfung unter alles lehrt, was uns Kommerz- und Überwachungsinteressen suggerieren wollen.

In über 20 Städten haben sich Menschen aus sozialen Bewegungen zu Aktionsgruppen zusammengeschlossen. Sie wollen ihr Vorgehen anlässlich der zweiten nationalen Aktionswoche landesweit koordinieren und die Öffentlichkeit für diese unter Verschluss gehaltene Debatte sensibilisieren, damit die Installation neuer Überwachungssysteme und die Nutzung bereits bestehender verhindert werden kann.

Erstellt: 05-05-04
Letzte Änderung: 10-12-02