Die Überwindung der Schwerkraft hat hier eine metaphorische Dimension, welche die Physik-Performer mit einem Zitat des 1935 verstorbenen russischen Mathematikers und Physikers Konstantin Tsiolkovsky, der als Vordenker der Raketentechnik gilt, illustrieren: "Die Erde ist die Wiege der Menschheit, doch es ist unmöglich sein ganzes Leben in einer Wiege zu verbringen." Gleichermassen beziehen sich Domnitch und Gelfand aber auch auf kunstgeschichtliche Vorläufer, vor allem auf Yves Kleins Faszination für die Gestaltungsmöglichkeiten, die der Leere entspringen. Kleins monochrome Arbeiten mit seiner eigens entwickelten Farbe Blau “IKB” haben ebenfalls Weltraumbezug – andererseits wog er Leere mit Gold auf. So ist Sonolevitation auch eine versteckte Hommage an den Nouveau Réaliste. Dessen Monotone Symphonie sollte idealerweise ja auch den Zuhörer in einen Zustand von Schwerelosigkeit versetzen.
Sonolevitation ist Teil einer Werkserie, in der Domnitch und Gelfand stets unterschiedliche materielle Phänomene metaphorisch nutzen: Neben 10.000 Peacock Feathers in Foaming Acid ist vor allem Camera Lucida auf vielen Festivals zu sehen gewesen – für letztere Installation bekamen die Künstler auf der Ars Electronica 2007 eine Lobende Erwähnung in der Kategorie Hybrid Art. Geplant ist in diesem Jahr nun auch die Eröffung ihres neuen Künstlerlabors im Studio Optofonica in Amsterdam.
Links
>> Die Website von Evelina Domnitch und Dmitry Gelfand>> Die Website von Studio Optofonica






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