Exklusiv: Andreas Dresen über seinen neuen Film Sommer vorm Balkon, die Kunst der Besetzung und warum Filmemacher keine Freundin haben...
Zum Interview (Real Audio, Interview: Nana Rebhan, Berlin 2006)
Kritik: Verglichen mit den beiden vorigen Dresen-Filmen, Halbe Treppe und Willenbrock, vermittelt Sommer vorm Balkon zunächst den Eindruck eines „leichten“ Streifens mit wohl dosierten komödienhaften Zügen, in dessen Mittelpunkt eine innige Frauenfreundschaft steht. Produziert wurde der Film von „Xfilme creative“, einer sehr rührigen und gefragten Produktionsfirma, der wir beispielsweise Filme von Tom Tykwer (Lola rennt, Heaven) und Good Bye Lenin! von Wolfgang Becker verdanken.
Auf den ersten Blick verwendet Andreas Dresen in diesem Film ein populäres Thema: Zwei ungebundene junge Frauen in einer Großstadt reden über Sex und sehnen sich danach - also Sex in the City nach Berlin verpflanzt. Doch nichts steht Andreas Dresen ferner, als Konzessionen ans Publikum zu machen. Zwar belächelt er zunächst Katrins Jobsuche, aber angesichts des zunehmenden Alkoholismus vergeht einem das Lachen. Und Nike, die einfach nur ein bezauberndes Dummchen zu sein scheint, macht ihren schmutzigen Job, nämlich bettlägerigen Alten den Hintern putzen, mit Ernst und Hingabe. Der Reiz an Dresens neuem Film ist, dass er in jeder Etappe der Geschichte den Zuschauer überrascht und dazu anhält, dem schönen Schein nicht zu trauen. Diese Dynamik gilt für alle Figuren des Films, die immer auf der Kippe zwischen Drama und Komödie handeln. Vor allem aber kommt diese „süß-saure“ Mischung von „Sommer vorm Balkon“ deshalb gut an, weil Andreas Dresen aus einen Schauspielern das Beste herausholt.
Olivier Bombarda
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Sommer vorm Balkon
Ein Film von Andreas Dresen
Deutschland, 2005
105 Min.
Mit: Nasja Uhl, Inka Friedrich, Andreas Schmidt
Eine ARTE-Koproduktion






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Sex in the City nach Berlin verpflanzt
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