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Cannes 2005 - Wettebewerb - 31/05/05

Sin City

Ein Film von Frank Miller, Robert Rodriguez und Quentin Tarantino


Filmadaption der
Frank Miller Comics

(USA, 2004, 123 Min.)
Mit: Bruce Willis, Mickey Rourke, Jessica Alba, Benicio Del Toro, Josh Hartnett, Jaime King, Brittany Murphy, Carla Gugino

Synopsis: SIN CITY fasst drei Comicbände des amerikanischen Zeichners Frank Miller zusammen. Sie spielen in Sin City, einem Sündenpfuhl, in dem brutale Gewalt herrscht. Cop Hartigan (Bruce Willis), ein Mann der alten Schule jagt einen Kindermörder, während etwa Marv (Mickey Rourke) ein Schrank von einem Mann herauszufinden versucht, warum die Prostituierte Goldie – die Frau, der seine ganze Liebe gilt - ermordet wurde. Ihre Wege kreuzen sich in „Kadies Bar“ in Old Town, in die jeder früher oder später einkehrt.

Kritik: Comicverfilmungen gab es schon viele, so eine wie diese noch nie. Robert Rodriguez ist eigentlich mehr der Regisseur für trashige Movies. In die Riege der A-Regisseure gehörte er nie, auch wenn seine Filme EL MARIACHI und FROM DUSK TILL DAWN vor allem durch ihre intelligent geschnittenen, schnellen Actionszenen zu beeindrucken wussten. Nach mehreren mittelmäßigen Streifen ist der Texaner zurück – in Höchstform. Für seine ambitionierte Comicverfilmung war es ihm extrem wichtig, den Spirit der Comics beizubehalten, in dem er so originalgetreu wie möglich vorging. So gelang es ihm, Frank Miller höchstpersönlich als Co-Regisseur zu gewinnen. Und: Rodriguez nutzte die drei Comicbände „The Hard Goodbye“, „The Big Fat Kill“ und „That Yellow Bastard“ wie ein Stzoryboard und filmte sie Einstellung für Einstellung ab. Eine Einstellung von SIN CITY inszenierte Quentin Tarantino höchstpersönlich als Gastregisseur, welche sei hier nicht verraten...

Rodriguez war es bei seiner filmischen Adaption extrem wichtig, den visuellen Stil der Originalvorlage beizubehalten. Deshalb ist fast der ganze Film in Schwarz/Weiß gehalten. Farbtupfer sorgen für die nötigen Kontraste. So ist das Blut, das in Sin City üppig fließt knallig rot - genau wie die Lippen der Frauen. Deren Augen leuchten blau, die Haare leuchten bisweilen golden und „That Yellow Bastard“ ist eitrig gelb, ein richtiges Ekelpaket. Er kopiert ebenfalls die extremen Perspektiven der Kamera, was den Comiceffekt betont. Die auf ihre Körper gecasteten Schauspielerinnen zeigen allesamt viel körperlichen Einsatz, genau wie im Comic.

Die Stadt „Sin City“ ist der Inbegriff für Sex & Crime. Manche Zuschauer wird die unglaubliche Brutalität abschrecken, die dort herrscht. In anderen wird dieser Film den begeisterten kleinen Jungen hervorlocken, der heimlich nachts Filme sieht, die doch eigentlich viel zu brutal für ihn sind. Der soll ja schließlich immer noch in vielen von uns wohnen. Da wird etwa ein Mörder aufgestöbert, der in einem dunklen Kellerverlies abgeschnittene Frauenköpfe als Trophäen an die Wand nagelt. Den Rest des Körpers verspeist er, das wird zum Glück nicht gezeigt. Eine knorrige Off-Stimme erzählt, was nicht zu sehen ist. Die Meinungen über diesen Film werden stark auseinandergehen, und das ist auch gut so. Während die einen ihn hassen werden, werden seine Fans schon ungeduldig auf die Fortsetzung – den zweiten und den dritten Teil warten – die 2007 ins Kino kommen sollen.

Nana A.T. Rebhan


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Sin City
Ein Film von Frank Miller, Robert Rodriguez et Quentin Tarantino
(USA, 2004, 123 Min.)
Mit: Bruce Willis, Mickey Rourke, Jessica Alba, Benicio Del Toro, Josh Hartnett, Jaime King, Brittany Murphy, Carla Gugino

Erstellt: 19-05-05
Letzte Änderung: 31-05-05