von Andrew Adamson, Conrad Vernon und Kelly Asbury
mit den Stimmen von Mike Myers, Eddie Murphy, Cameron Diaz, Antonio Banderas, John Cleese, Julie Andrews, Rupert Everett, Jennifer Saunders
Offizieller Wettbewerb
Kritik: Ein Morgen wie jeder andere beim Festival von Cannes 2004. Wie jeden Tag finden sich Hunderte Filmkritiker aus der ganzen Welt zur ersten Vorführung ein. Das Durchschnittsalter entspricht ungefähr dem der französischen Nationalversammlung, wenn nicht sogar dem des Senats. Doch an diesem Morgen wird ein Zeichentrickfilm voller Monster, Könige und Prinzen gezeigt, und auch der Esel, Pinocchio, die böse, fürchterlich versnobte Fee Carabosse sowie der Gestiefelte Kater lassen nicht lange auf sich warten. Und wenige Minuten später geschieht das Wunder: Der ganze Saal lacht aus vollen Halse. Der zweite Teil von „Shrek“ wird den Erwartungen voll und ganz gerecht und begeistert ebenso wie der erste Film.
Neben den bereits vertrauten Stimmen von Mike Myers, Eddie Murphy und Cameron Diaz sind auch neue zu hören, und was für welche: Antonio Banderas spricht den Gestiefelten Kater mit Zorromanieren, John Cleese und Julie Andrews leihen dem pikierten Königspaar ihre Stimmen und auch Rupert Everett und Jennifer Saunders sind ein herrlich versnobtes Doppel. Trotz der virtuosen und leider recht hässlichen Graphik und einiger Längen in den Musikszenen verliert der Film nie seinen Rhythmus, und die haarstäubenden Parodien werden beinahe zur künstlerischen Ausdrucksform erhoben: In einer der ersten Szenen muss Prinz Charmant größte Abenteuer bestehen, um die Prinzessin zu befreien. Als er den Kerker erreicht, nimmt er seinen Helm ab und schüttelt in Zeitlupe sein blondes Haar – jede Ähnlichkeit mit einem griechischen Krieger, der sich zur Zeit an der Eroberung Trojas versucht, wäre natürlich rein zufällig...
Die ganze „Ami-Kultur“ wird hier unter die Lupe genommen – von live im Fernsehen übertragenen Verfolgungsjagden über Justin Timberlake, Transvestiten und Katzengras bis hin zum ultrakapitalistischen Hochgefühl, das einem das glücklichmachende Möbelstück verspricht. Man kann sich diesen Film wieder und wieder ansehen, denn genau wie der erste Teil wimmelt er nur so von kleinen Details und Anspielungen. Natürlich versucht Dreamworks, unseren naiven Kleinen Hunderte von Merchandisingprodukten anzudrehen, doch man sollte die etwas aggressive Werbung einmal vergessen, den Lachtränen freien Lauf lassen und sich einfach von den Abenteuern dieser sympathischen, geradezu rührend traurigen Gestalten (siehe die Eseldrachenbabys) mitreißen lassen. Denn „Shrek“ erzeugt nicht nur pure Heiterkeit, sondern regt mit seiner fröhlichen Anarcho-Art auch zum Nachdenken über einige ultramoderne Auswüchse der heutigen Gesellschaft bezüglich solcher Begriffe wie Schönheit, Kinderträume und Liebe an. Zum Glück befreit das Lachen von solch trüben Gedanken.
Delphine Valloire






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