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Kino-News

Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kinostart 04. April 2008 - 02/04/08

Shine a Light

Ein Dokumentarfilm von Martin Scorsese


Sexy seit vier Jahrzehnten

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Synopsis: Der Film konzentriert sich auf ein Konzert, das im Herbst 2006 im Beacon Theatre am Broadway stattgefunden hat - vor nur 2800 Gästen, darunter Bill und Hillary Clinton.

Exklusiv : Die Pressekonferenz mit Martin Scorsese und den Stones
Der Trailer zum Film

Kritik: Selbst einer wie Martin Scorsese hat harte Konkurrenz, wenn er einen Dokumentarfilm über die Rolling Stones dreht. Immerhin gibt es die Band seit über vierzig Jahren, und es gibt nicht eben wenige Dokumentationen über sie. Etwa GIMME SHELTER (1970) von den Maysles-Brüdern und Charlotte Zwerin, Vertretern des Direct Cinema, die die Band bei Studioaufnahmen und schließlich bei dem Konzert in Altamont am 6. Dezember 1969 drehten, bei dem ein Schwarzer von den Hells Angels erstochen wurde. Auch Godard drehte einen Film über die Stones, bei dem er ihren Song "Sympathy for the Devil" in den Focus seines Werks rückte - neben diversen drängenden politischen Fragen, die er "nebenbei" noch in seinem Film SYMPATHY FOR THE DEVIL (1968) abhandelte.

Mit all dem hat SHINE A LIGHT kaum etwas zu tun. Scorsese hatte die Idee, einen richtigen Konzertfilm zu drehen, einen, bei dem man den Musikern in Ruhe zusehen kann und in dem nicht ständig hin- und hergeschnitten wird. Dass der im letzten Jahr endlich mit dem Oscar (für DEPARTED - UNTER FEINDEN) belohnte Regisseur sich auch mit Dokumentarfilmen aus dem Musikbereich bestens auskennt, hat er bereits mit THE LAST WALTZ bewiesen, den er 1978 über "The Band" drehte. Dieser kann sich bislang immer noch rühmen, eine der besten Musikdokumentationen überhaupt zu sein. An dieser darf sich der Regisseur 30 Jahre später nun selbst messen.

Der Vergleich fällt schwer. THE LAST WALTZ war viel kleiner, intimer als SHINE A LIGHT. Drei hervorragende Kameramänner, Albert Maysles (ja genau, einer der Regisseure von GIMME SHELTER), Ellen Kuras und Robert Elswitt fangen in Großaufnahmen die gegerbten Gesichter von Mick Jagger, Keith Richards, Ron Wood und Charlie Watts ein. Keith Richards genießt bei seinem Solosong jede Sekunde die Aufmerksamkeit der Menge, Charlie Watts wirkt müde und erschöpft, Ron Wood spielt professionell unermüdlich und Mick Jagger springt wie ein gedopter Teenager zwei Stunden pausenlos auf und ab. Er hat ihn noch immer drauf, diesen legendären sexy Hüftschwung. Sein Körper wirkt sexy wie eh und je, er wiegt kein Gramm zuviel. Hätte er nicht dieses zerfurchte Gesicht, in dem jahrzehntelange Exzesse ihre Spuren hinterlassen haben, man würde ihn auf Mitte Dreißig schätzen. Mit dem Alter nimmt er es ohnehin seit einigen Jahrzehnten nicht mehr so genau. Und was soll das auch? Schon in den 70er-Jahren antwortete er auf die Frage, ob er mit 60 immer noch so Musik machen wollte: "Ja doch, ganz sicher." Das zeigen die hübschen Interviewpassagen aus vier Jahrzehnten, die in den Konzertfilm eingeflochten werden. Sehr sparsam versteht sich, Scorsese will sich den Fluss des Films ja nicht kaputtmachen. "Wann hört ihr auf?" ist angeblich die meist gestellte Journalisten-Frage. Sie ist dumm. Diese vier Männer werden nie aufhören, Musik zu machen - es ist ihre große Liebe.

Nana A.T. Rebhan


Martin Scorsese: Geboren am 17.11.1942 in New York. Absolvent der New York University. Arbeitete 1970/72 als Cutter bei den Musikfilmen WOODSTOCK und ELVIS ON TOUR. 1972 Hollywood-Debüt mit der Roger-Corman-Produktion BOXCAR BERTHA. Seit MEAN STREETS (1973) einer der profiliertesten Vertreter des „New Hollywood“. 1976 Goldene Palme für TAXI DRIVER. Zuvor schon von der Director’s Guild of America zum „bedeutendsten aktiven Filmemacher Amerikas“ ernannt, erhält er 2007 den Regie-Oscar für THE DEPARTED.


Erstellt: 01-04-08
Letzte Änderung: 02-04-08