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Venedig 2005 - Eröffnungsfilm - AUßer Konkurrenz - 06/09/05

Seven Swords

Ein Film von Tsui Hark


Schwerterkampfkunst
pur

Hong Kong, China, Korea, 2005, 144 Min.
Mit Donnie Yen, Leon Lai, Charlie Young, Sun Honglei, Lu Yi

Synopsis: 1660 - die Ching Dynasty wird etabliert. Die neue Regierung verbietet die alten Kampfkünste. Kopfgeldjäger Fire-Wind versucht möglichst viel Profit aus der neuen Verordnung zu schlagen. Sein nächstes Ziel ist das „Martial Village.“ Ein altes Dorf, in dem traditionell Kampfkunst gelehrt wird. Fu Qingzhu beschließt den brutalen Fire-Wind von seinem Plan abzubringen - mit Hilfe der sieben Schwerter.


Der Trailer zum Film (Real Video)
Im Gespräch mit Tsui Hark (Real Video)


Kritik: Der Hongkong Regisseur Tsui Hark konzentriert sich in seinem neuesten Werk auf „den König aller Waffen, “ das Schwert. Das Schwert ist eine extrem sensible Waffe, sein Träger braucht eine hervorragende Ausbildung und ein gutes Selbstbewusstsein. Besitzt der Kämpfer diese Qualitäten wird er seine Waffe wie ein König benutzen – laut Presseheft. Die sieben Schwertkämpfer haben deshalb im Film auch keine Namen, sie werden einfach nur durchgezählt, während ihre Schwerter durchaus Namen besitzen, etwa Der Drache, Der Unbeherrschbare, der Sternengreifer etc. Konsequenterweise sind auf dem Presseheft auch nicht die sieben Schwertkämpfer abgebildet, sondern nur die sieben Schwerter, in ihrer ganzen Pracht.

Das Sounddesign des Films ist brillant. Jedes einzelne metallene Schwertgeräusch klingt anders, die Kämpfe ergeben geradezu eine eigene Sinfonie. Die Story basiert auf dem Buch Seven Swordsmen from Mountain Tian von Liang Yu-shen, das dieser in den 70er Jahren veröffentlichte. Geschichten wie diese sind natürlich nicht neu. Deshalb erinnert Seven Swords erst einmal wegen seiner Ziffernähnlichkeit im Titel an Die sieben Samurai von Kurosawa aus den 50er Jahren und das amerikanische Remake des Films von John Sturges Die glorreichen Sieben aus den frühen 60er Jahren. Doch bei genauerem Hinsehen bezieht sich Tsui Hark gar nicht auf die beiden Klassiker der Filmgeschichte. Er ist mit Seven Swords dem Genre der Wuxia-Kampfkünste stark verhaftet. Der Film ist geradezu ein Paradebeispiel für das Genre, da der Schwertkampf dort die wichtigste Kampfkunst darstellt.

Visuell liebt es der Hongkong-Regisseur mit Farben zu experimentieren. So hat er die Anfangssequenz fast vollständig in schwarz/weiß gedreht, nur die Farbe Rot taucht auf – selbstverständlich meist dann, wenn es um Blut geht. Außerdem kann Tsui Hark seine Vorliebe für purpurne Sonnenuntergänge nicht leugnen – oft und gerne sieht man die „Schwerter“ auf ihren Pferden in einer Reihe am Horizont entlang reiten, immer dem Sonnenuntergang entgegen. Wer eine Vorliebe für diese Art von Kitsch hat, der wird diese Sequenzen genießen. Sie werden zusätzlich mit einem vollmundigen Soundtrack übergossen. Dieser erinnert bisweilen an die irischen Klänge von Braveheart, auch wenn wir uns in Seven Swordsauf einem ganz anderen Kontinent befinden. Aber Hollywood kennt ja bekanntlich keine Grenzen.

Nana A.T. Rebhan


Seven Swords
Ein Film von Tsui Hark
Hong Kong, China, Korea, 2005, 144 Min.
Mit Donnie Yen, Leon Lai, Charlie Young, Sun Honglei, Lu Yi
Venezia 62 Fuori Concorso

Erstellt: 31-08-05
Letzte Änderung: 06-09-05