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First Garden (Real Audio, 59")
Second Garden (Real Audio, 59")
Third Garden (Real Audio, 59")Der Jazzer und Weltmusiker Don Cherry führte das kleine Kornett, auch Taschenpiston oder Pocket Trumpet genannt, in die Welt des Jazz ein. Das Miniaturinstrument prägte Cherrys unverwechselbaren Sound und symbolisierte zugleich den naivneugierigen und spielerischen Ansatz seiner Musik. Auch der in Paris geborene und in Portugal lebende Sei Miguel spielt diese kleinformatige Ausgabe einer Trompete und entlockt ihr Töne, die Erinnerungen an Don Cherry und auch Miles Davis wach werden lassen.
Miguel experimentiert mit dem Klangspektrum des Instruments, größtenteils befreit von formalen Strukturen und Vorgaben. Bei seiner Exkursion in musikalisches Neuland wird der Trompeter von drei ganz außergewöhnlichen Musikern tatkräftig unterstützt. Eine besondere Rolle kommt dabei der Posaunistin Fala Mariam zu. Sie tritt mit Miguel abwechselnd in einen Frage-Antwort-Dialog oder konterkariert sein Spiel, durch entgegengesetzte und konkurrierende Läufe. In ihrer Art, wie die beiden Musiker aufeinander reagieren, scheinen sie sich zugleich anzuziehen als auch abzustoßen. In diese spannungsgeladene Beziehung tritt Rafael Toral. Der Elektro- und Experimentalmusiker hat aus Körperkontakt-Interfaces ein neuartiges Instrument entwickelt, das einzigartige Soundmöglichkeiten offeriert. Bisher bekannt als Produzent von repetierenden Gitarrensoundcluster-Alben, umkreist Toral nun mit seinen Klangmodulationen und Tonfrequenzen die beiden Bläser und setzt eigenwillige Akzente. Einzig der Percussionist César Burago bildet innerhalb all der gegenläufigen Melodien mit seiner stoisch minimalistischen Rhythmik einen festen Bezugspunkt, an welchem sich der Hörer orientieren kann.
„The Tone Gardens“ ist ein äußerst beachtenswertes Album, auch weil es die Intensität des Sei Miguel Quartetts bei ihren Live-Auftritten repräsentiert: Drei Konzertmitschnitte, auf drei verschiedenen Festivals aufgezeichnet, finden sich auf der CD. Sicherlich, die Stücke fordern von den Hörern nicht nur aufgrund ihrer Länge von 10 bis 20 Minuten sowohl äußerste Geduld als auch ein großes Interesse an experimenteller Musik. Wer sich aber darauf einlässt, wird eintauchen, in einen reichhaltigen und exotischen Garten der Klänge.
Matthias Schneider
DVD
Jazz Icons: Chet Baker
„Live in ’64 & ’79”
TDK / Jazz Icons
Im Zeitalter hektischer Kamerafahrten, schneller Schnitte und eventhaschender Bühnenpräsenz ist es geradezu eine Wohltat, die DVD’s der Jazz Icon Serie zu betrachten. Rare, bisher noch nie veröffentlichte oder ausgestrahlte Konzerte von den Ikonen des Jazz gilt es in dieser wunderbar edierten DVD-Reihe zu entdecken, die zudem mit informativen Booklet-Texten und seltenen Fotos aufwartet. Die Jazz Icon Ausgabe mit Chet Baker beinhaltet zwei Konzertmitschnitte aus dem Jahr 1964 in Belgien und 1979 in Norwegen. In dieser Zeitspanne von 15 Jahren ist Baker extrem gealtert, seine Depression und sein Drogenkonsum haben tiefe Spuren hinterlassen. Dennoch strahlt seine Musik eine ungemeine Anziehungskraft aus, egal ob er mit seinen langjährigen Sidemen Jacques Pelzer und Rene Urtreger den Miles Davis Klassiker „So What“ interpretiert, oder mit dem damals recht jungen Vibraphonisten Wolfgang Lackerschmid erstaunlich souligen Jazz spielt. Grandios ist Bakers gesungene Version von „Time After Time“, bei der die Kameraeinstellung ungewollt die zerbrechliche Aura des Musikers offenlegt. Denn durch ihre Untersicht blickt man in das schwarze Loch einer Zahnlücke Bakers, während er, dessen ungeachtet, die Melodie mit einer ebenso fragilen Zartheit intoniert. Absolut empfehlenswert, die DVD-Reihe Jazz Icon!
www.jazzicons.com
www.reelinintheyears.com
www.tdk-music.com
www.chetbakerjazz.com







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