K A P I T E L 1: H E L D E N"Erzittere Grube, der besoffene Bergmann kommt", sagt Wolodja, bevor er in die Mausefalle kriecht. Die Mausefalle ist eine selbstgegrabene Mine, nicht höher als vierzig Zentimeter. Die Kumpel müssen auf dem Bauch liegend zweihundert Meter hineinkriechen, auf dem Bauch liegend die Kohle herausschlagen, auf dem Bauch liegend die Kohle zerkleinern und auf dem Bauch liegend die Kohle in eine Blechwanne schaufeln. Diese Blechwanne ziehen sie später mit einem Gummiband nach draußen... Weiterlesen
K A P I T E L 2: G E I S T E RWenn der Tag heraufdämmert am Kawa Ijen, schälen sich Männer mit lässig über die Schultern gelegten Bambuskörben und Fackeln in der Hand aus dem Dunkel, um bald wieder in den weißen Schwefeldämpfen des Vulkans zu verschwinden. Steht die Sonne am Himmel, haben sie die "Küche" erreicht. Die "Küche" ist der Ort am Rand des blaugrünen, heißen Sees am Boden des Kraters, wo der Schwefel gewonnen wird. Die "Küche" spuckt, pfeift, dampft und beißt. Dort rinnt flüssiger Schwefel aus langen Tonrohren an die Luft und erstarrt innerhalb weniger Minuten. Aus orangefarbenen Pfützen werden hellgelbe, an den Rändern gezackte Platten... Weiterlesen
K A P I T E L 3: L Ö W E NDer Schlachthof von Port Harcourt ist ein Labyrinth aus Menschen und Tieren. Das ganze Areal ist eigentlich ein Markt. Es liegt zwischen dem Zoo, einer gerade in Bau befindlichen Brücke, einem Fluss und einer Gegend, die Konzerne wie Coca Cola und Shell beherbergt. Die Anlage besteht aus einigen Buden, einer großen überdachten Markthalle, einem Kühlhaus, einer umzäunten Koppel für die Kühe, halboffenen Schweineställen, einem Billardtisch unter einem Vordach, einer Moschee, einigen Wohnhütten, einem Hang zum Flussufer und den Plätzen, an denen geschlachtet wird... Weiterlesen
K A P I T E L 4: B R Ü D E REs schneit in Shamorgar, einem kleinen pakistanischen Bergdorf nahe der Grenze zu Afghanistan. Ramadan ist vorüber. Die Ernte ist eingebracht. Ein Schmied repariert Hacken, Harken, Schaufeln und Pflüge. Die Paschtunen sind groß, stolz und stark. Die Männer sprechen sanft, werden selten laut. Sie sagen von sich selbst, sie können die schwersten Arbeiten verrichten, und das ohne Angst, denn Allah habe sie dazu auserkoren. Deshalb sind es auch hauptsächlich sie, die die lange Reise von den Bergen des Nordens in das südliche Baluchistan aufnehmen, um dort große Schiffe zu zerlegen. Stück für Stück schweißen sie die riesigen Rümpfe entzwei... Weiterlesen
K A P I T E L 5: Z U K U N F TChina erlebt einen inneren und äußeren Aufbruch. Vergleichbar wohl mit dem Europa, insbesondere dem Deutschland der Nachkriegszeit. Dort glaubte man auch an eine wunderbare Zukunft voller Arbeit, Erfolg und Wohlstand. In den Stahlwerken von Anshan in der Provinz Liaoning herrscht der Glaube an Wissen, Bildung und Effizienz. Nicht mehr wie früher werden Muskelkraft und der Einsatz des Einzelnen hochgehalten. Die Vorzeigehelden der Vergangenheit wie Mang Tai oder Wang Xinxi sieht man wohl noch als Vorbilder, aber ihre Strahlkraft scheint in weite Ferne gerückt... Weiterlesen
K A P I T E L 6: E P I L O G
In Ruhrgebiet in Deutschland ist das ehemalige Hüttenwerk Duisburg-Meiderich mittlerweile ein Freizeitpark geworden. Die letzte Schicht ist lange her. Nichts mehr außer der rostigen Stahlstruktur erinnert an die Stahlerzeugung vergangener Tage. Die Menschen benutzen die Anlage gerne zum Freizeitvergnügen. Eintritt ist keiner zu bezahlen, außer für Veranstaltungen...






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