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Leipziger Buchmesse 2007 - 26/05/07

Schwerpunktland Slowenien

"Wenn der Raum klein, die Menschen poetisch, die Sprache verführerisch und die Trauer groß ist, dann greift ein Volk zur Feder", sagt der Verleger Lojze Wieser aus Klagenfurt über das Verhältnis der Slowenen zu ihrer Literatur. "Dass die Slowenen sehr wissbegierig sind zeigt auch die Tatsache, dass meine Großmutter noch am Sterbebett das Gedicht "Soča" von Simon Gregoričič rezitiert hat".

Slowenien wird dieses Jahr als Schwerpunktland auf der Buchmesse besonders ausführlich vorgestellt. Damit ist die Wahl auf ein Land gefallen, in dem die Literatur schon immer eine große Rolle gespielt hat. Vor gut 20 Jahren hat sich der kleine Staat zwischen Österreich, Ungarn, Kroatien und Italien seine Souveränität erkämpft. Dadurch war das Land das erste Mal in seiner Geschichte unabhängig. Dass die Slowenen auch in den vielen Jahren vor 1991 nie aufgehört haben, an ihrer eigenen nationalen Identität festzuhalten, liegt nicht zuletzt an ihrer Sprache und an ihrer Literatur.

Dem Schriftsteller Florjan Lipuš zufolge konnten seine Landsleute Unterdrückung, Aussiedlungen und Gewalttaten in faschistischer Zeit nur durch ihr unerschütterliches Selbstbewusstsein ertragen: "Das Selbstbewusstsein gibt uns unsere Sprache, die wir sprechen und lesen, in welcher wir denken und fühlen, deren Ziel unser Selbstbewusstsein ist" schreibt er.

Doch obwohl in Slowenien die
Lojze Wieser
© arte
Lojze Wieser auf der Buchmesse beim Anschneiden eines "Pršut" (Schinken von den Görzer Hügeln)
Literatur einen besonderen Stellenwert hat, weiß der Rest von Europa sehr wenig über sie. Die Buchmesse bietet nun eine Gelegenheit, daran etwas daran zu ändern. "Wie gut sich Slowenien im Gesamten präsentieren wird, hängt davon ab wie gut es gelingen wird, der vielfältigen Ausdruckskraft, die in diesem kleinen Raum entstanden ist, Aufmerksamkeit zu verschaffen", sagt Wieser. "Die Vielzahl der Veranstaltungen sollte geeignet sein, um sich als Leser selbst ein Bild zu machen, sich zu begeistern und eine neue Welt zu entdecken." Der Verleger schneidet dabei an seinem Messestand einen „Pršut“ aus der Goriška Brda (den Görzer Hügeln) an und bietet ihn vorbeieilenden Messebesuchern an. Der Schinken ist köstlich, an der gewünschten Aufmerksamkeit fehlt es ihm und seinem spannenden Verlagsprogramm an diesem Morgen in Leipzig bestimmt nicht.

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Erstellt: 21-03-07
Letzte Änderung: 26-05-07