Die spanischen Eroberer brachten im 16 Jahrhundert die Götterspeise der Ureinwohner Süd- und Mittelamerikas nach Europa, wo ihr Genuss jedoch nur der Oberschicht vorbehalten war. Kakao war selten und kostbar. Heute ist der süße Stimmungsmacher weit verbreitet. Europaweit versorgen sich die Schweizer mit jährlich 10 kg pro Kopf am meisten mit dem Stimmungsmacher. Die Deutschen essen etwa 9 kg und die Franzosen mit 5 kg knapp die Hälfte.
Das Grundrezept der Schokolade ist einfachObwohl heute der Großteil der Kakaopflanzen in Afrika angebaut wird , kommt die Pflanze ursprünglich aus Mittelamerika. Auf Plantagen wachsen die Kakaobäume heran. Der Reifegrad der Früchte ist an der jeweiligen Farbe zu erkennen, die für jede Sorte charakteristisch ist. Sind die Früchte herangereift, werden sie von Hand geerntet. Jede Frucht enthält etwa 50 Kerne. Nach der Ernte sind diese Samen noch weiß. Sie müssen 5-7 Tage in der Sonne fermentieren, bevor sich die braune Farbe bildet. Nach dem Trocknen und Rösten entsteht das typische Schokoladenaroma.
Das Grundrezept der köstlichen Schokolade ist simpel: Kakaomasse, Kakaobutter, Milchpulver und Zucker. Seit 2003 dürfen in Europa 5 % billigere Ersatzfette, wie Palmkernöl zugegeben werden. Sie müssen aber auf der Verpackung angegeben sein.
Balsam für die strapazierte Seele
Für viele Menschen ist der Schokoladengenuss die schönste Verführung überhaupt. Der bitter-süße Geschmack verwöhnt nicht nur den Gaumen, sondern auch die strapazierte Seele. Ist der Alltagsstress zu stark, wird das Verlangen nach Schokolade unwiderstehlich. Je dunkler die Schokolade, umso höher der Kakaoanteil. Und je mehr reiner Kakao in der Schokolade steckt, umso intensiver ist ihre Wirkung. Dunkle Schokolade enthält 50% , helle bis 30% Kakao. Aus einem Stückchen können schnell mehr werden und die Kalorien der dunkelbraunen Sünde sind bald vergessen, zumal danach die Stimmung steigt.
Ihre Substanzen wirken wie sanfte PsychopharmakaHunderte von Inhaltsstoffen stecken in kleinsten Mengen in der Schokolade. Über ihre Wirkung gehen Expertenmeinungen bisher noch auseinander. Die Wirkung von einigen Bestandteilen konnten in Versuchen zumindest nachgewiesen werden.
Kakaopulver und dunkle Schokolade enthalten Substanzen, die im Körper wie sanfte Psychopharmaka wirken. Phenylethylamin heißt der Stoff, der die Schokolade zum süßen Stimulator macht. Er wirkt wie ein körpereigener Muntermacher.
Im Kakao außerdem enthalten: Theobromin, dem Koffein ähnlich. Das spendet Energie und wirkt anregend .
In Schokolade stecken Rauschstoffe, die den Wirkstoffen des Hanfs sehr ähnlich sind. Anandamid heißt der Stoff, aus dem die süßen Träume sind. Zusammen mit Phenylethylamin wirkt er direkt auf die Teile des Gehirns, die für das Glücks- oder Lustempfinden verantwortlich sind. In Kombination können Sie die Freisetzung von Dopamin bewirken. Ein Botenstoff, der das Belohnungszentrum stimuliert.
Aber keine Angst: Die Konzentration der Substanzen ist so gering, dass keinerlei Suchtgefahr besteht. Man müsste schon 10 Kilo Schoko auf einmal essen...doch wie bei vielen Gaumenfreuden gilt auch hier: Schokolade macht dick. 50 Gramm täglich sind daher genug, damit Schokolade auch wirklich glücklich macht.
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HIPPOKRATES - Gesundheitsmagazin
Dienstag, 27. Juni 2006 um 14.00 Uhr
Wiederholung vom 01. Februar 2005
Redaktion: Heidemarie Petters
Koproduktion ZDF-ARTE G.E.I.E.






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