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Kino auf ARTE - 27/10/11

Schläft ein Lied in allen Dingen

Spielfilm, Deutschland 2008, WDR
Regie: Andreas Struck; Buch: Dagmar Gabler; Kamera: Andreas Doub; Komponist: Nils Petter Molvaer; Schnitt: Karin Jacobs; Produzent: Petra Hengge, Alexander Ris, Jörg Rothe; Produktion: Neue Mediopolis Filmproduktion, WDR/ARTE
Mit: Stefan Rudolf - (Martin Kranich), Traute Hoess - (Hanna Kiesel, die alte Frau), Chulpan Khamatova - (Kristina Seifert), Wolfgang Packhäuser - (Konrad, der Friedhofsgärtner), Paula Kalenberg - (Maggie)

Martin weiß nicht, wohin. Er zweifelt, an sich, an seiner Karriere als Trompeter und letztendlich auch an seiner Beziehung zu Kristina, von der er glaubt, sie liebe ihn nur wegen seiner musikalischen Begabung. Für ihn steht fest: Er muss weg, das alte Leben hinter sich lassen und dem Weg ins Ungewisse folgen.



Martin, Nu-Jazz-Trompeter mit eigenem Stil, kämpft gegen Konventionen und Mittelmäßigkeit. Er will keine Kompromisse, weder in der Musik, noch in der Liebe. Als er den Verdacht hegt, dass Kristina, die Liebe seines Lebens, ihn nur wegen seiner Musik liebt, ist er tief verletzt. Enttäuscht verlässt er sie und sein bisheriges Leben.
Sein plötzlicher Aufbruch führt ihn auf die Straße. Dieser Weg bringt ihm nur wenig Glück und die Ruhe, die er eigentlich sucht. Er gerät mit Obdachlosen aneinander und muss wegen Sachbeschädigung mit auf die Wache.
Die Sozialstunden, zu denen er verdonnert wird, muss er in einer Friedhofsgärtnerei ableisten. Dort trifft er den trauernden Gärtner Konrad und seine junge Mitarbeiterin Maggie, die ihm Unterschlupf gewähren. Aber Martin ist einsam. Da beginnt er, die Briefe einer verstorbenen Obdachlosen zu lesen, die auf der Straße gefunden hat.
Fasziniert von der Sehnsucht, die aus den Texten hervorscheint, beginnt er die Worte mit seiner Trompete zu vertonen. Findet er durch sie den Weg zurück zu sich selbst? Zu Kristina? Oder zur Musik?

Das Musikdrama "Schläft ein Lied in allen Dingen" ist (nach "Chill out" von 1999 und "Sugar Orange" von 2004) der dritte Kinofilm von Regisseur Andreas Struck. Neben Stefan Rudolf, Chulpan Khamatova ("Good Bye Lenin"), Paula Kalenberg und Nestroy-Preisträgerin Traute Hoess spielt die Musik die Hautprolle in diesem Film, die vom norwegischen Nu-Jazz-Trompeter Nils Petter Molvaer stammt, einem der erfolgreichsten Jazzmusiker der letzten Jahre. Molvaer gab während der Dreharbeiten eigens ein Konzert in Köln, das für den Film aufgezeichnet wurde.
Andreas Struck folgt seinen Figuren mit einem poetischen Realismus, der unterstrichen wird von Molvaers dunkel-kühl entrückten Klangwelten. Molvaer, der mit der Hauptfigur das Ringen um das Besondere und das Aufheben von Grenzen gemeinsam hat, verbindet in seiner Filmmusik Einflüsse aus der elektronischen Clubmusik mit Jazzelementen. Der Regisseur schwärmt: "Nils Petter Molvaers Musik hat mich sofort begeistert, da sie nicht vorgibt, alles zu wissen. Sie sucht, ohne zu wissen, wo sie landen wird. Sie forscht, wie Martin, maßlos und voller Neugier."

Schläft ein Lied in allen Dingen
Mittwoch 9. November 2011 um 03.10 Uhr
Keine Wiederholungen
(Deutschland, 2008, 81mn)
WDR

Erstellt: 27-10-11
Letzte Änderung: 27-10-11