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Kino auf ARTE - 16/04/12

Rosemaries Baby

(Rosemary's Baby)
Spielfilm, USA, 1967, ARTE F, 131 Min.
Regie: Roman Polanski, Drehbuch: Roman Polanski, Autor: Ira levin, Kamera: William A. Fraker, Musik: Krzystof Trzcinski-Komeda, Schnitt: Sam O'Steen, Produktion: William Castle Productions, Produzent: William Castle, Ton: Harold Lewis
Mit: Mia Farrow (Rosemary Woodhouse), John Cassavetes (Guy Woodhouse), Ruth Gordon (Minnie Castevet), Sidney Black-mer (Roman Castevet), Maurice Evans (Edward 'Hutch' Hutchins), Ralph Bellamy (Dr. Abraham Sapirstein), Angela Dorian (Terry Gionoffrio), Patsy Kelly (Laura-Louise), Elisha Cook Jr. (Mr. Nicklas), Emmaline Henry (Elise Dunstan), Charles Grodin (Dr. C. C. Hill), Hanna Landy (Grace Cardiff), Philip Leeds (Dr. Shand), Martin D'Urville (Diego), Hope Summers (Mrs. Gilmore)


Mysteriöse Dinge geschehen im Leben der jungen Rosemary Woodhouse: Kaum hat sie mit ihrem Mann Guy ein düsteres Haus in New York bezogen, geht ihr Babywunsch in Erfüllung. Doch die lang ersehnte Schwangerschaft wird zu einem unheimlichen Alptraum. - Ein Film aus der Reihe "Europäische Regisseure", im Oktober auf ARTE.



Den Warnungen ihres Freundes Hutch zum Trotz zieht das junge Ehepaar Rosemary und Guy Woodhouse in das New Yorker 'Bramford Haus' - ein düsteres Mietshaus, in dem bereits einige Bewohner auf mysteriöse Weise ihr Leben verloren haben sollen. Doch vor allem Guy scheint der Umzug nur Glück zu bringen: Er freundet sich mit dem älteren Nachbarsehepaar Roman und Minnie Castevet an und erhält schon bald, nachdem sein Konkurrent auf rätselhafte Weise erblindet ist, ein lang ersehntes Engagement als Schauspieler. Doch der unerklärliche Selbstmord einer jungen Nachbarin und die unheimlichen Geräusche, die nachts aus der Wohnung der Castevets dringen, werfen ihre Schatten voraus auf eine dunkle Bedrohung, die sich um Rosemary ausbreitet: Zunehmend wird die junge Frau von Alpträumen geplagt. Eines Nachts fällt sie in eine tiefe Bewusstlosigkeit, in der sie die Horrorvision ihrer Schwängerung durch den Teufel selbst erlebt. Scheinbar reuig gesteht ihr Guy am nächsten Morgen, in der Nacht über sie hergefallen zu sein, um ihr ein Kind zu machen. Und wirklich: Rosemary, die sich sehnlich ein Kind wünscht, ist schwanger. Doch die erhoffte Schwangerschaft verwandelt sich in einen Albtraum. Rosemarie leidet unter höllischen Schmerzen und verspürt immer tieferes Misstrauen gegenüber ihrem Arzt Dr. Sapirstein, einem Freund der Castevets. Als Rosemary merkt, welch teuflische Verbindungen sich in ihrer Umgebung abspielen und wessen Kind sie wirklich austrägt, ist es schon zu spät.

"So weit ich zurückdenken kann, ist in meinem Leben die Grenze zwischen Phantasie und Wirklichkeit hoffnungslos verwischt gewesen", so der Regisseur Roman Polanski. Kein anderes Werk des Filmemachers scheint diesem biographischen Leitmotiv in solchem Maß verpflichtet wie sein raffinierter Horrorfilm "Rosemaries Baby". Auf subtile Weise evoziert Polanski hier das Grauen, indem er gekonnt traditionelle Motive des Aberglaubens mit modernen Symbolen der Psychoanalyse verbindet. Wie schon in seinen früheren Filmen "Ekel" (1965) und "Wenn Katelbach kommt" (1965) wird das Thema der Einsamkeit und der Machtlosigkeit des Einzelnen variiert: Die junge Rosemarie findet sich plötzlich isoliert in einem unentrinnbaren Netz satanischer Machenschaften wieder. Aus der Perspektive der hilflosen jungen Frau vermischen sich Wahn und Wirklichkeit in unheimlicher, zutiefst verunsichernder Weise, bis schließlich Rosemary - und mit ihr der Zuschauer - in grausiger Erkenntnis fassungslos konstatieren muss: "Das ist kein Traum - das ist Wirklichkeit!" Dazu Polanski: "Ich zeige den Leuten etwas so offensichtlich Unmögliches wie Hexerei, und ich sage zu ihnen: Seid ihr sicher, dass es nicht wahr ist?" Mit dem Film "Rosemaries Baby", dem Ira Levins gleichnamiger Roman als literarische Vorlage diente, gelang Polanski schon früh ein großer internationaler Erfolg. Der Regisseur polnischer Herkunft gilt heute als einer der bedeutendsten Filmemacher der Gegenwart, der Kultfilme wie "Tanz der Vampire" (1967) oder den Oscar- preisgekrönten "Chinatown" (1974) mit Jack Nicholson und Faye Dunaway realisierte. 1998 wandte er sich noch einmal dem Horror-Genre zu und drehte mit Johnny Depp den erfolgreichen Mystery-Thriller "Die neun Pforten". 2001 sorgte sein Drama "Der Pianist" für Furore, das die wahre Geschichte des KZ-Überlebenden Wladislaw Szpilman erzählt und 2002 mit drei Oscars ausgezeichnet wurde. ARTE zeigt Roman Polanskis Horror-Klassiker "Rosemaries Baby" im Rahmen der Oktober-Reihe "Europäische Regisseure".

Rosemaries Baby
Dienstag 24. April 2012 um 00.05 Uhr
Keine Wiederholungen
(USA, 1967, 131mn)
ARTE F

Erstellt: 16-04-12
Letzte Änderung: 16-04-12