>> CD zu gewinnen
Phases (Real Audio, 1'31")
A Life Of Near Misses (Real Audio, 4'31")
Twenties in the Eighties (Real Audio, 1'40")
Vorbei sind die Zeiten, als erste Experimente in der Verbindung von elektronischer und akustischer Improvisationsmusik auf Klangmodulation und simple Beats begrenzt waren. Dank technischer Innovation können heutzutage Laptop-Musiker in Echtzeit improvisieren. Ebenso ist der Australier Dave Miller an dem Potenzial des Rechners als Instrument interessiert und hat bereits mit Brüdern im Geiste, wie Jamie Lidell, Funkstörung, Four Tet oder Andrew Pekler kollaboriert. Gemeinsam mit dem Trompeter Phil Slater und dem Schlagzeuger Laurence Pike hat er nach einem musikalischen Blind Date das Trio Roam The Hello Clouds gegründet. Ihr Debüt „Near Misses“ verstört sowohl die Hörerschaft des Jazz’ als auch der Electro-Musik. Wobei die ersten Takte des Tracks „Phases“ zunächst auf ein Jazz-Album schließen lassen. Ganz nach der Miles Davis Maxime „bedeutsam ist, welche Noten man nicht spielt“ improvisiert Slater solo auf seiner gedämpften Trompete. Erst nachdem Miller und Pike mit dezenten Rhythmen und Sounds dazustoßen, erhält das Stück eine verstörende aber dafür um so interessantere Atmosphäre. Die Lücken und die Pausen zwischen den Tönen, der sich umkreisenden Musiker erzeugen dabei eine faszinierende Spannung. Das abstrakt perkussive Spiel des Schlagzeugers Pike und die klanglichen Experimente von Miller ergänzen dies kongenial. Im Gegensatz dazu schwebt bei „Pretender’s Hand“ Slaters entrückt meditatives Trompetenspiel über eine sich verändernde dichte Textur seiner Mitmusiker. Eine Differenzierung des akustischen Schlagzeugs und der digitalen Sounds aus dem Computer erscheint fast unmöglich. Miller liefert sowohl Harmonien als auch Tempis und steht mit Hilfe von Live-Samples in direktem Dialog mit dem Schlagzeuger. „Near Misses“ ist an nur einem Tag im Studio entstanden und wurde komplett live eingespielt. Es war die Intention des Trios, die unmittelbare Atmosphäre ihrer Konzerte einzufangen und ihren Improvisationen freien Lauf zu lassen. Diesen Anspruch haben Roam The Hello Clouds mit ihrem Debüt großartig erfüllen können.Matthias Schneider






per E-Mail verschicken
RSS
Facebook
Twitter

