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Kino auf ARTE - 01/02/12

Renn, wenn Du kannst

Spielfilm, Deutschland 2009, SWR
Regie: Dietrich Brüggemann; Buch: Dietrich Brüggemann, Anna Brüggemann; Kamera: Alexander Sass; Schnitt: Vincent Assmann; Ton: Jakob Ilgner; Produzent: Ralf Schwingel, Sabine Holtgreve, Stefan Schubert; Produktion: Wüste Film Ost, Wüste Film West, SWR, WDR, ARTE; Redaktion: Stefanie Gross, Dominik Brückner, Barbara Häbe, Michael André
Mit: Robert Gwisdek - (Benjamin), Anna Brüggemann - (Annika), Jacob Matschenz - (Christian), Franziska Weisz - (Mareike), Leslie Malton - (Benjamins Mutter), Michael Sens - (Cellolehrer)

Der Rollstuhlfahrer Benjamin meistert sein Leben mit trockenem Humor - er macht sich keine Illusionen. Die Zivis verschleißt er reihenweise damit. Als ihm zuerst Christian zugeteilt wird, und den beiden die schöne Cellistin Annika begegnet, ist das der Beginn einer Dreiecksbeziehung, die Benjamin wieder träumen und endlich die Vergangenheit aufarbeiten lässt ...



Benjamin sitzt im Rollstuhl. Er ist intelligent, lustig und verzweifelt. Liebe, wie er seinem neuen Zivi Christian erzählt, komme für ihn nicht infrage. Christian nimmt das Leben leicht: Er wird ein halbes Jahr bei Benjamin bleiben, um dann seiner Wege zu gehen. Annika studiert Cello und hat ein Problem mit dem Lampenfieber bei Soloauftritten. Sie radelt jeden Tag unter Benjamins sehnsüchtigen Blicken an dessen Wohnung vorbei. Erst als Annika eines Tages mit Christian kollidiert, lernen sie sich kennen und werden Freunde. Die Drei erschaffen sich eine Welt der Fantasie und der Träume. Doch schnell wollen beide Jungs mehr von Annika als nur Freundschaft. Annika mag Christians Verspieltheit, sieht sich aber eigentlich mehr Benjamin verbunden und kann sich nicht entscheiden. Die Zuneigung der beiden jungen Männer zu Annika führt mehr und mehr zu Konflikten und bedroht deren Freundschaft ernsthaft. Was für alle Drei wie ein Spiel begann, wird für Ben eine Reise zu seinen großen Ängsten, in Abgründe, aus denen er allein nicht entkommen kann. Aber auch Annika und Christian machen Erfahrungen, die sie wachsen lassen und die sie für immer verändern werden ...

Mit seinem Kinodebüt ‚‚Renn, wenn du kannst'' gelingt Regisseur und Drehbuchautor Dietrich Brüggemann ein außergewöhnlicher Brückenschlag: Der Film erzählt vielschichtig und konsequent von einer schweren Behinderung, erlaubt sich aber zugleich absurden Dialogwitz und visuellen Ideenreichtum. Das alles tut er mit einer Leichtigkeit, die man selten im deutschen Kino sieht.
Brüggemann präsentierte seinen Debütfilm ‚‚Neun Szenen'' 2006 als Eröffnungsfilm auf der Berlinale in der Reihe "Perspektive Deutsches Kino". Unter anderem gewann er damit 2006 den Publikumspreis beim Filmfest Ludwigshafen und 2007 den Studio Hamburg Nachwuchspreis. Fünf Jahre nach seinem ersten Film auf der Berlinale zeigte Brüggemann 2011 mit ‚‚Renn, wenn du kannst'' erneut den Eröffnungsfilm auf der Berlinale in der Reihe "Perspektive Deutsches Kino". Außerdem gewann er dafür den Nachwuchspreis der DEFA-Stiftung und den Cinestar-Award in Mecklenburg-Vorpommern sowie den NDR-Filmpreis für den Nachwuchs. Dietrich Brüggemann schreibt neben seiner Arbeit als Regisseur regelmäßig für die Zeitschrift "SCHNITT".
Robert Gwisdek (‚‚13 Semester'', ‚‚Kasimir und Karoline'') spielt die sperrige Hauptfigur, ihren trockenen Humor und nicht zuletzt auch die körperliche Auswirkung seiner Lähmung mit unsentimentaler Präzision. Der Sohn von Michael Gwisdek und Corinna Harfouch ist hier zum ersten Mal in einer Kinohauptrolle zu sehen.
Kodrehbuchautorin Anna Brüggemann (‚‚Mitte Ende August'', ‚‚Kleinruppin Forever'') spielt überzeugend die talentierte und an sich zweifelnde Cellistin Annika. Das Trio macht Jakob Matschenz (‚‚Die Welle'') komplett, der mit großer Spielfreude und viel Engagement den Zivi Christian mimt.

Renn, wenn Du kannst
Freitag 10. Februar 2012 um 14.20 Uhr
Keine Wiederholungen
(Deutschland, 2009, 110mn)
SWR

Erstellt: 01-02-12
Letzte Änderung: 01-02-12