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10.12.05 - 23.35 : metropolis - 09/12/05

René Girard - Von den Anfängen der Kultur

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Am 15. Dezember 2005 wird René Girard in die Académie Française aufgenommen. Eine hohe Anerkennung für einen der ungewöhnlichsten Denker unserer Zeit. Wie funktionieren menschliche Gesellschaften? Schlüsselbegriff seiner Theorie ist das „mimetische Begehren“. Jeder Mensch begehrt nur das, was auch der andere begehrt – daraus entstehen Rivalität und die so genannte Gründungsgewalt, die sich seit den Anfängen der Menschheit in jeder Gesellschaft wiederholt: man findet einen Sündenbock, der zwingend geopfert wird … So beginnt die Geschichte jeder Zivilisation, ein ewiger Kreislauf. Das ist, grob gesagt, die These von Girards Werk.

René Girard: "Ich bin der Erfinder der neomimetischen Theorie“, das „neo“ müsste man einfügen, da „mimetisch“ allein zu unpräzise ist … Ich habe also erkannt, dass menschliche Beziehungen unter dem Vorzeichen der so genannten Reziprozität, der Wechselseitigkeit betrachtet werden müssen, der gegenseitigen Nachahmung: Sie sehen mich an, ich sehe Sie an, ich reiche Ihnen die Hand, Sie reichen mir Ihre. Wird diese Reziprozität verweigert, entsteht sofort eine neue Reziprozität, da sich der andere nun ebenfalls ablehnend verhält. Ablehnung provoziert Ablehnung. Es ist praktisch unmöglich, die Reziprozität zwischen Menschen aufzuheben. Und Gewalt ist eine Form von Reziprozität."
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Bücher
Die verkannte Stimme des Realen - Eine Theorie archaischer und moderner Mythen
von René Girard
beim Hanser Verlag
Erscheinungsdatum: 19.09.2005
ISBN: 3-446-20680-9
>> Hanser Verlag
So unterschiedlich Theorien über Kulturen auch ausgefallen sind, eines hatten sie oft gemeinsam: das Misstrauen gegenüber dem Begriff des Realen. Girard war es immer unbegreiflich, wie leichtfertig eine solch zentrale Kategorie preisgegeben werden konnte. In einer Reihe von Aufsätzen, die sich mit Nietzsche, der Bibel, Richard Wagner oder Dostojewskij beschäftigen, führt er vor, wie Theorie sich überhaupt erst aus dem Bezug auf das Reale entwickeln kann. Ein gelehrter Außenseiter meldet sich da zu Wort, der der Wirklichkeit gegen die Flüchtigkeit modischer Theorien zu ihrem Recht verhilft.

Ich sah den Satan vom Himmel fallen wie einen Blitz
Eine kritische Apologie des Christentums
beim Hanser Verlag
Erscheinungsdatum: 21.08.2002
ISBN: 3-446-20230-7
>> Hanser Verlag
Mit einem Nachwort von Peter Sloterdijk
Girard preist das "mimetische Begehren": Jeder Mensch begehrt nur das, was auch ein anderer begehrt. Daraus entsteht Rivalität, die zu einer Gewalteskalation führt - symbolisiert durch einen Satan, der nur durch die Wahl eines Sündenbocks ausgetrieben werden kann. Der kollektive Mord also bildet den Ursprung aller menschlichen Kultur. René Girard veranschaulicht die Rolle des Bösen in menschlichen Kulturen an Beispielen aus den Mythen und der Bibel.

Kontakt
Für Informationen über René Girard, können Sie sich an Benoît Chantre wenden - Mail


Link
>> Jesus, unser Sündenbock - Was das Christentum über menschliche Gewalt lehrt: Ein Gespräch mit dem Religionsphilosophen René Girard - Die Zeit
>> Colloquium on Violence and Religion
>> Violence et Sacré - Linksammlung, Texte zu rené Girard

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Metropolis
Samstag, den 10. Dezember 2005 um 23.35 Uhr
Wiederholung am Sonntag, 11. Dezember um 18.05 Uhr
Redaktion: Online Production
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Erstellt: 09-12-05
Letzte Änderung: 09-12-05


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